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Meine Stadt Hannovers Friedhöfe sollen attraktiver werden
Hannover Meine Stadt Hannovers Friedhöfe sollen attraktiver werden
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00:18 08.02.2018
LETZTE RUHESTÄTTE: Die städtischen Friedhöfe sind offenbar nicht ausgelastet. Die Ampelkoalition im Rat will sie wettbewerbsfähiger machen.  Quelle: Foto: dpa
Hannover

 Die städtischen Friedhöfe sollen nach dem Willen der Ampelkoalition wettbewerbsfähiger werden. Ein entsprechender Antrag wurde am Montag im Umweltausschuss mehrheitlich angenommen.

„Es gibt seit Jahren in Hannover mehr Sterbefälle als Beisetzungen auf den städtischen Friedhöfen“, so Philipp Kreisz (SPD) zur Begründung. So soll als neues alternatives Angebot nach dem Willen von SPD, Grünen und FDP ein Kolumbarium – ein Gebäude zur Aufbewahrung von Urnen – auf dem Seelhorster Friedhof errichtet werden. Kostenlose und gegebenenfalls auch anonyme Begräbnisformen sollen ausgeweitet werden, ebenso die Beratung durch qualifiziertes Personal. Der Grünwert soll neu berechnet und ein Budget für qualifizierte Öffentlichkeitsarbeit eingeführt werden, offenbar eine Art Werbeetat.

Für die CDU geht der Antrag zwar in die richtige Richtung, so Maximilian Oppelt, aber nicht weit genug. Mit einem Änderungsantrag wollten sie erfolglos den Katalog um zwei Punkte ergänzen: Die vertragliche Nutzungszeit der Gräber sollte wie früher üblich wieder für einzelne Jahre verlängert werden können. Die aktuelle Friedhofssatzung sieht dafür fünf Jahre vor. Und externe Friedhofsgärtner sollten länger dort arbeiten können. Derzeit ist dort Freitags um 12.10 Uhr Feierabend.

Insbesondere letztere Forderung war vor einiger Zeit schon einmal abgelehnt worden, so auch am Montag. „Sie möchten, dass die Mitarbeiter der Stadt länger arbeiten, ohne mehr Geld zu bekommen“, warf Patrick Drenske (Grüne) vor. „Sowas machen wir nicht mit.“ Und eine Verlängerung der Nutzungszeit eines Grabes für ein Jahr sei auf Antrag nach wie vor möglich. Das mache die Angehörigen jedoch zu Bittstellern, kritisierte Oppelt. „Das ist pietätlos.“

Eine Prüfung der Vorschläge bis zur Haushaltsberatung konnte Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette nicht zusichern, da noch die Musterfriedhofssatzung des Städtetages abgewartet werden müsse.

Eine weitere Idee, auch Baumbestattungen in Hannover auszuweiten, wurde in den Anträgen erst gar nicht verfolgt. Friedwälder wie etwa der Ruhe-Forst bei Wennigsen werden immer beliebter, in Hannover gibt es dafür nur ein beschränktes Areal auf dem Seelhorster Friedhof. „Doch da bleiben wir dran“, versprach Philipp Kreisz gegenüber der NP.

Von Andreas Krasselt

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