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GEHT FIX: Erdgasauto mit CNG betanken.

GEHT FIX: Erdgasauto mit CNG betanken.
© Foto: Jonas Gonell

ENERGIE UND MOBILITÄT

Stadtwerke empfehlen:Erdgas tanken!

Die Stadtwerke Hannover empfehlen: Jetzt Erdgasauto fahren! Der Treibstoff, bekannt unter dem Kürzel CNG, sei sauber und erschwinglich – und die ideale Brückentechnik für die Übergangszeit ins Zeitalter der Batterie-Autos.

HANNOVER. Natürlich wollen die Stadtwerke auch, dass an ihren fünf Erdgastankstellen in der Stadt (in der Region gibt es acht weitere) ihr Produkt getankt wird – und da die Zahl zugelassener Erdgasfahrzeuge in der Region leicht rückläufig ist (zuletzt 1814, vor vier Jahren gab es mit 1957 das bisherige Maximum), „trommeln“ sie derzeit ein bisschen für die Technik – und haben ein paar Argumente.

„Mit Erdgas kommt man weiter“, sagt Frerich Brandes, bei der Stadtwerke-Tochter Enercity Contracting der Experte für Erdgasautos. Wer für 20 Euro CNG (so das gängige Kürzel für den Treibstoff) tanke, schaffe im Schnitt 450 Kilometer – mit einem Durchschnitts-Diesel komme man nur 350 Kilometer weit. Ein Benziner bleibe mit 226 Kilometern noch weiter zurück. Mit einem E-Auto würde man zwar fast genauso weit kommen wie mit dem Erdgasauto – doch kämen die Stromer im Schnitt gerade mal 155 Kilometer weit, dann sei Laden angesagt. Und da sieht Enercity den nächsten Vorteil der Erdgastechnik: Binnen drei, vier Minuten ist so ein Gastank in der Regel vollgetankt – während die allermeisten E-Pkw für Stunden an die Steckdose müssen. Der finanzielle Vorteil an der Zapfsäule wird noch eine Zeit lang bleiben: Im Juni hat der Bundestag beschlossen, die Steuerbegünstigung des Treibstoffs Erdgas/CNG bis ins Jahr 2026 zu verlängern.

Feinstaubprobleme gebe es mit CNG auch nicht: „Ein Erdgasfahrzeug verursacht nur fünf Prozent der Feinstaub-Emissionen eines direkteinspritzenden Benziners“, erklärt Brandes. Erdgasfahrzeuge lägen schon jetzt bei einem Zwanzigstel des wohl ab Herbst für Benziner erlaubten Grenzwertes (den diese wohl nur mit zusätzlichen Partikelfiltern einhalten dürften). Kurz gesagt sei im Erdgas kein Ruß drin – daher kein Feinstaubbeitrag. Und anders als beim Diesel gebe es auch keine Schwierigkeiten bei Stickoxiden – einem weiteren Schadstoff, der in vielen Städten zu Diskussionen über Fahrverbote oder andere Verkehrsmaßnahmen führt. Und beim Kohlendioxid lägen Erdgasautos „gleichauf mit Elektroautos, die mit deutschem Durchschnittsstrom geladen werden. Und wenn sie wie in Hannover mit Bio-Methan aus Reststoffen fahren, sind sie fast CO2-frei unterwegs“, schwärmt der Mobilitätsexperte.

Unterm Strich ist das Erdgasauto aus Sicht der Stadtwerke „eine Brückentechnologie, die jetzt schon wirtschaftliche und ökologische Vorteile hat.“ Auf diesen Kraftstoff zu setzen sei „die pragmatische Herangehensweise, bis die E-Mobilität in 10, 15 Jahren reif ist.“ Und wer sich ein solches Fahrzeug zulegt oder sein „altes“ umrüstet, erhält von den Stadtwerken 200 Euro – für die Anschaffung eines Gas-Mobils oder die Umrüstung eines „normalen“.

Erdgas CNG und Autogas

Um die Abkehr vom fossilen Erdgas zu verdeutlichen, erklären die Stadtwerke Hannover, laufen die Erdgasautos immer häufiger unter der Abkürzung CNG (Compressed Natural Gas). Chemisch besteht der Kraftstoff aus Methan. Dem Motor ist es egal, ob es sich dabei um klassisches Erdgas, Bio-Methan aus Stroh oder um synthetisches Methan, das etwa aus überschüssigem Windstrom gewonnen wird, handelt. In Hannover setzt Enercity bei seinen fünf eigenen Tankstellen auf 100 Prozent Bio-Methan aus Stroh – damit seien die Erdgasautos fast CO2-frei unterwegs.

Im Unterschied dazu besteht Autogas (LPG, Liquefied Petroleum Gas) überwiegend aus Propan und Butan. Der Kraftstoff, kommt aus Flüssiggastanks, nicht aus dem Erdgasnetz. Umrüstung der allermeisten Benziner ist möglich – allerdings bei CNG teurer, da ein Hochdrucktank gebraucht wird, der mehr als 200 Bar aushält. Für das flüssige LPG reichen 10 Bar.

E-Autos in Hannover und überhaupt

Seit geraumer Zeit wird viel über Elektromobilität geredet und seit dem VW-Abgasmanipulationsskandal scheint das Ende des Diesel nahe. Doch während das E-Auto als Klimaretter und Luftsauberhalter gepriesen wird, ist seine aktuelle Verbreitung ernüchternd: Gerade mal 287 angemeldete reine E-Pkw gab es Mitte Mai in der Stadt Hannover, davon sind etwa 50 Teil der Flotte der Stadtverwaltung.

In der gesamten Region Hannover waren zu Jahresanfang laut Kraftfahrtbundesamt 455 reine E-Pkw angemeldet – bei insgesamt knapp 565 000 Pkw. Das sind gerade mal 0,08 Prozent. In Stuttgart waren Mitte Mai unter 365 000 Fahrzeugen 956 E-Autos. Auch nur 0,26 Prozent, doch eine deutlich höhere Quote (mehr als das Dreifache) als hier. Das 2011 formulierte Ziel, 20 Millionen E-Autos bis im Jahr 2020, hat die Bundeskanzlerin kürzlich als nicht mehr erreichbar eingestuft. Das war spätestens dann klar, nachdem die Anschaffungsprämien für E-Autos weit weniger zum Kauf gelockt haben als erhofft. Von 45,8 Millionen am 1. Januar 2017 in Deutschland zugelassenen Pkw waren 34 022 reine Elektrofahrzeuge.

Ende Juni haben die Stadtwerke und die an ihrem Fond „proKlima“ beteiligten Regionskommunen beschlossen, die Ladesäulenzahl kräftig zu erhöhen und dafür bis 2020 rund 7,5 Millionen Euro bereitzustellen.

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Von Ralph Hübner


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