Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Stadtwerke Hannover: Gewinn bricht ein
Hannover Meine Stadt Stadtwerke Hannover: Gewinn bricht ein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 01.03.2016
Kein Lichtblick: Das Kraftwerk in Mehrum macht Millionenverluste, muss aber am Netz bleiben. Foto: Stratenschulte
Anzeige
Hannover

Das Jahresergebnis fällt mit 88,9 Millionen Euro um 9,4 Prozent geringer aus als im Vorjahr.

Die rund 400 000 Strom- und mehr als 200 000 Gaskunden des kommunalen Energieversorgers in der Region müssen trotz schwieriger Rahmenbedingungen keine Sorge um steigende Preise haben. Die sollen stabil bleiben – bis zum Sommer auf jeden Fall, wahrscheinlich sogar das ganze Jahr lang.

Wobei sich Michael Feist ebenso wie seine Vorstandskollegen wünscht, dass der niedrige Strompreis 2017 steigt. Seit 2012 sei er um 21 Prozent gefallen, klagen die Enercity-Chefs und sprechen von einer „wirtschaftlich schwierigen Strecke“. Dabei ist das hannoversche Unternehmen im Vergleich zu vielen anderen Energieversorgern bundesweit gut aufgestellt. Der Umsatz macht 2,341 Milliarden Euro aus – und liegt nur 2,4 Prozent nie-
driger als im Vorjahr. An die Gesellschafter werden 74,2 Millionen Euro Gewinn abgeführt, davon allein 60,2 Millionen Euro an die Stadt. Hannover und sein Umland erhalten laut Feist 42,9 Millionen Euro an Konzessionsabgaben und 3,6 Millionen Euro an Gewerbesteuern. Rechne man die gut 9000 Arbeitsplätze in und um die Stadtwerke ein, habe die Wertschöpfung in der Region im vergangenen Jahr 368,1 Millionen Euro ausgemacht.

Längst wird das Geld nicht mehr ausschließlich im Kernmarkt erwirtschaftet. Bei Gas (25 436 Gigawattstunden Absatz) beispielsweise ist der Bezug in der Region um nur drei Prozent gestiegen – außerhalb dieses Marktes aber um 50 Prozent. Bei Strom (14 924 Gigawattstunden) machte der gestiegene Verkauf außerhalb des Kernmarktes die Verluste hier in etwa wett.

Das Unternehmen beschäftigt 2510 Mitarbeiter. Der Anteil der Frauen in Führungspositionen liegt bei 17 Prozent. Das ist deutschlandweit Spitze für einen Energieversorger. Laut Arbeitsdirektor Joachim Westerholz werden altersbedingt von 2018 an 600 Mitarbeiter ausscheiden. 300 dieser Stellen werden wiederbesetzt.

Auch über die Zukunft in Mehrum wird man bis dahin Klarheit haben. Marktfähig sei das Kraftwerk, wirtschaftlich nicht, stellt Stadtwerke-Chef Michael Feist fest. Der Betrieb decke nicht mal Personal- oder Instandhaltungskosten. Einzig das Kraftwerk Stöcken fahre Gewinn ein.

Vera König

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige