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Stadtklima-Projekt: Messstation  am Kronsberg  neben der Sparkassen-Firma „Finanz Informatik“.

Stadtklima-Projekt: Messstation am Kronsberg neben der Sparkassen-Firma „Finanz Informatik“.
 © Foto: Ralph Hübner

KLIMAWANDEL

Stadtklimaprojekt mit DWD in Hannover gestartet

Hitzestau in der Großstadt – nur eine von vielen Belastungen, die sich angesichts des Klimawandels wohl immer stärker bemerkbar machen werden und die Menschen belasten. Welche Bedingungen dafür lokal herrschen und wie man sie positiv beeinflussen kann, das soll ein Projekt des Deutschen Wetterdienstes mit der Stadt Hannover zeigen.

HANNOVER. Das Klima wandelt sich –nicht nur global, auch lokal. Eine Stadt etwa hat ihr ganz spezielles eigenes Klima. Auch das ändert sich – sowohl selbst ausgelöst – etwa durch Bebauung, Straßenfluchten, Grünanlagen, Verkehrskonzept - als auch beeinflusst vom Klimawandel „außenrum“. Wie das in Hannover aussieht, welche Wirkungen folgen, was womöglich gegen Belastungen der Gesundheit und andere unerwünschte Effekte zu tun ist – dafür soll jetzt ein Projekt mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) grundlegende Erkenntnisse bringen, insbesondere im Blick sind die Themen „Gesundheitsvorsorge im Zuge der Klimaanpassung, nachhaltige Stadtentwicklung und vorbeugender Katastrophenschutz“. Letzteres in Verbindung mit möglichen Extremwetter-Ereignissen.

Stadtbahn misst das Klima

Um die Daten dafür zu gewinnen, sind jetzt drei temporäre Messstationen aufgestellt worden: Am Kronsberg, in einem Gewerbegebiet in Linden-Süd – und im U-Bahntunnel am Kröpcke. Zudem ist am Weidendamm eine dauerhafte Klimastation vorgesehen (als Gegenstück zu der DWD-Station am Flughafen in Langenhagen) und werden zwei Stadtbahnen mit Messtechnik ausgestattet, um entlang der Strecken das Klima zu analysieren. Im Sommer 2018 soll zudem ein Messbus des DWD unterwegs sein. Das Projekt läuft bis 2020 und wird von Üstra und dem Umweltministerium Niedersachsens unterstützt. Die Ergebnisse sollen laut DWD „soweit möglich auf andere norddeutsche Siedlungsflächen übertragen werden“.

Wärmeinseleffekt

Ziel ist „Maßnahmen zur Vorsorge für die Bevölkerung und die Infrastruktur sowie zur Anpassung an den Klimawandel zu entwickeln“. Im Blickpunkt steht dabei etwa der „Wärmeinseleffekt“: In der Stadt ist es deutlich wärmer als im freien Umland, zwischen den Betonklötzen der Bebauung drückt die Sommerhitze merklich stärker – und klingt auch Nachts kaum ab. Andreas Friedrich vom DWD sieht Wirkungen aus den Klimaerkenntnissen „bis in die Stadtplanung hinein“. Etwa indem man gezielt Frischluftschneisen und Begrünung plant, um das lokale Klima im gewünschten Sinne zu beeinflussen. Bedeutung werde das auch für künftige Baugebiete entfalten. Und angesichts erwarteter wärmerer Sommer spielen laut DWD auch Maßnahmen wie gezielte Schattenwurfplanung eine zunehmende Rolle bei der „Dosierung thermischer Bedingungen“.

Aktuell gibt es solche Stadtklimaprojekte in Stuttgart, Halle und München, sechs Städte haben das schon abgeschlossen.

Von Ralph Hübner


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  • Landkreis: Region Hannover
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  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
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