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Meine Stadt Fehler in der Planung beim Musik-Museum
Hannover Meine Stadt Fehler in der Planung beim Musik-Museum
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17:06 11.01.2019
IN SORGE: Eigentümer Thomas Dettmar an der Werkbank im Traditionsbetrieb. Quelle: Foto: Heusel
Hannover

„Nicht unser Glanzstück“ – offen hat Kay de Cassan vom städtischen Fachbereich Wirtschaft im Ausschuss Pannen im Umgang mit einem Traditionsbetrieb eingeräumt. Wie die NP berichtete, gefährdet das vielgelobte Projekts eines Musiktechnikmuseums im Rundbunker an der Ecke Weidendamm/Kopernikusstraße das Unternehmen Waagen-Dettmar, seit vier Generationen in Familienhand und seit 1965 an diesem Standort.

Die deutsche Rockstiftung hatte genau dieses Grundstück gekauft, um dort ein modernes Mitmachmuseum für die Geschichte der Musiktechnik einzurichten. Das wird mit vier Millionen Euro gefördert, gilt als wichtiges Element für die Bewerbung zur Unesco City of Music.

Laut de Cassan liefen die Verkaufsverhandlungen für das Grundstück seit 2017. Den Mieter habe die Verwaltung zu dem Zeitpunkt nicht einbezogen. Was zunächst sinnvoll schien – im Frühjahr 2018 galt der Verkauf an die Stiftung als gescheitert. Bis diese im Spätherbst erneut Bedarf angemeldet habe.

Am 12. De­zember erhielt Dettmar von der Stadt die Auskunft, dass das Grundstück bereits zum 1. Dezember verkauft worden sei und er künftig die Miete an die Deutsche Rockmusikstiftung zu zahlen habe. Die geplante Erweiterung lasse keinen Platz für seinen Betrieb. Er und seine fünf Mitarbeiter sehen sich in der Existenz bedroht. „Wir lassen das Unternehmen nicht allein“, versicherte de Cassan. Längst liefen Gespräche mit der Immobilienbranche; man bemühe sich um eine Ersatz-Gewerbefläche. „Die Stadt hat keine.“

Der bisherige Mietvertrag lässt eine Kündigung innerhalb von drei Monaten zu und ist in dieser Form von der Rockstiftung übernommen worden. Wirtschaftsdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette sagte, dennoch gebe es „ausreichend zeitlichen Vorlauf“. Denn: „Der Käufer wird nicht sofort die Bagger anrollen lassen.“

CDU, SPD und Grüne bedankte sich bei de Cassan für das Einräumen der Panne. Kommunalpolitik und Verwaltung hoffen, dass die Suche nach einer Standort-Alternative für Waagen-Dettmar schnell Erfolg hat.

Von Vera König

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