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Seltene Monster: Ein Tauboga ist im Anflug. Von den Bänken auf dem Spielplatz lassen sich die Monster bequem jagen – ab sofort aber nur noch, wenn man noch nicht 18 Jahre alt ist. Fotos: Dröse

Jugendschutz

Stadt sperrt Spielplatz für Pokémon-Go-Spieler

Der Spielpark im Maschpark ist seit Tagen so voll wie sonst nur bei Festen mit Kinderaktionen. Auf den Bänken sitzen junge Leute mit Smartphones – und jagen Pokémon. Der Boden vor ihnen ist übersät mit Kippen. Genau das hat vielen Eltern und der Stadt jetzt gereicht: Mitarbeiter des Fachbereichs Umwelt und Stadtgrün achten ab sofort darauf, dass der Spielplatz jetzt wieder Kinder und Jugendlichen gehört.

Hannover. Sehr höflich haben zwei Mitarbeiter gestern ältere Spieler gebeten, sich doch woanders im Park einen Platz suchen. Die meisten hatten Verständnis, nur wenige maulten. Ein junges Paar, beide höchst beschäftigt mit dem Spiel auf ihren Smartphones, durfte sitzen bleiben. Sie beteuerten, doch die ganze Zeit auf ihr Kind (2) zu achten.

Glück hatten auch Sina (15) aus Celle und Tabea (16) aus Barsinghausen. Weil sie noch nicht erwachsen sind, dürfen sie auf dem Spielplatz spielen – egal was. „Das ist hier einfach cool“, findet die Ältere. Jeden Tag komme sie in den Ferien nach Hannover: „Hier findet man superviel Pokémon und trifft richtig nette Leute.“

Die Einschätzung freut die Stadt. Im Prinzip, so ihr Sprecher Dennis Dix, werde der Run auf die Monster gern gesehen. Schließlich macht er attraktive Plätze Hannovers bekannter. Selten strömen so viele Besucher von außerhalb zum Gartendenkmal Maschpark, wenn dort nicht gerade die Lichtinstallation „leine de lights“ zu sehen oder „La Traviata“ zu hören ist.

Über den Spielplatz aber habe es Beschwerden gegeben, sagt Dix: „Die Stadtverwaltung hat die Situation in Augenschein genommen. Das Hinweisschild, das darauf hinweist, dass sich nur Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren mit ihren Begleitern tagsüber auf dem Spielplatz aufhalten dürfen, wird missachtet.“ Und leider denke kaum einer der jungen Leute, die ihre Kippen wegwerfen, darüber nach, wie gefährlich es sei, wenn Kleinkinder die aufheben und in den Mund stecken. Eine Tabakvergiftung droht.

„Ich rauche hier nicht und will einfach nur hier sitzen“, beschwert sich Janosch (20) bei den Mitarbeitern der Stadt. Als er trotzdem weggeschickt wird, grummelt er: „Warum stellt ihr nicht einfach ein paar Bänke im Park auf?“ „Geht doch so“, findet Nicole Hesse. Die 40-Jährige hat genau vorm Spielplatz eine Decke ausgebreitet und picknickt mit ihren vier Kindern: „Wir kommen zum Pokémon-Spiel gut ausgerüstet hierhin.“

Vera König


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