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Meine Stadt Stadt-TÜV prüft Sportanlagen auf Gefahrenquellen
Hannover Meine Stadt Stadt-TÜV prüft Sportanlagen auf Gefahrenquellen
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09:11 26.02.2018
Auch die Bäume auf dem Gelände des VfL Eintracht aus der Südstadt werden gesprüft. Quelle: Wilde
Hannover

Lockere Bodenplatten, Schlaglöcher auf Platzwegen oder wackelige Ballfangzäune: Die Stadt sucht derzeit nach Gefahrenstellen auf Hannovers Sportanlagen. Über 100 Plätze, Umkleidekabinen und Vereinshäuser will sie überprüfen – und dann den Sanierungsbedarf ermitteln. Darüber soll die Politik befinden, kleinere Mängel will die Stadt aber schon kurzfristig beheben. Sportstätten will die Stadt aber nicht schließen.

Hintergrund der Überprüfung ist eine neue rechtliche Bewertung. Für Vereinssportanlagen ist die Stadt als Eigentümerin verkehrssicherungspflichtig – heißt, sie muss dafür sorgen, dass Mängel beseitigt werden. Das gilt auch dann, wenn Vereine Erbbaurechtsverträge mit der Stadt geschlossen haben. In den Mietverträgen, die die Stadt mit den Vereinen vereinbart hat, sind verschiedene Regelungen zur Pflege, Unterhaltung, Verkehrssicherungspflicht und Haftung bezüglich der Grundstücke getroffen.

Diese Regelungen reichen nicht aus, um die Verkehrssicherungspflichten für die Grundstücke rechtswirksam an die mietenden Vereine zu übertragen, heißt es im Rathaus. Die Stadt hat deshalb grundsätzlich die Verkehrssicherungspflicht für alle von ihr geschaffenen Gebäude, Sportflächen und sonstigen Anlagen. Zurzeit bestehen 62 Erbbaurechtsverträge für Vereinsgrundstücke oder Teile davon. Dazu kommen 93 Mietverträge für Vereinsgrundstücke. Auf 47 dieser Vereinssportanlagen befinden sich Vereinshäuser, für die kein Erbbaurechtsvertrag besteht.

Anlass für die Überprüfung war ein Unfall eines Freizeitkickers auf einem Bolzplatz Ende 2016. Der Mann verklagte die Stadt auf Schmerzensgeld und bekam vor Gericht Recht, da der Bolzplatz Mängel aufwies. Daraufhin sperrte die Stadt alle gut 60 Bolzplätze in Hannover und sanierte sie mehr oder weniger aufwendig.

Dieses Risiko will die Stadt bei Sportvereinen nun ausschließen. 28 Vereinsanlagen hat sie bereits überprüft, darunter etwa die vom SV Eintracht und vom HSC. Bis zur politischen Sommerpause wolle man die Überprüfung abgeschlossen haben und dann Ergebnisse präsentieren. Die Stadt rechnet mit einem Sanierungsprogramm in Millionenhöhe, stößt bei der Politik aber auf offene Ohren.

Das sei eine gute Möglichkeit, um die Situation der Plätze zu verbessern, hieß es jüngst im Sportausschuss, in der die Stadt die Pläne vorstellte. Und die SPD hatte bereits einen Sportsanierungsplan in der Tasche, den sie nun stecken lassen kann. „Die Hannoveraner müssen Sportanlagen vorfinden, auf denen sie gerne trainieren“, sagt SPD-Sportpolitiker Angelo Alter.

Andreas Voigt

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