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Meine Stadt Stadt Hannover wirbt für mehr Einbürgerungen
Hannover Meine Stadt Stadt Hannover wirbt für mehr Einbürgerungen
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21:14 20.04.2011
Eingebürgert: Aliou Sangaré (li.) ist seit 2004 Deutscher, Hasan Yilmaz seit 1994. OB Stephan Weil begrüßte beide. Quelle: Decker
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HANNOVER. Seine Haut ist so schwarz wie Ebenholz. Aliou Sangaré stammt aus Mali. Fragt man ihn nach seiner Heimat, sagt er: „Deutschland.“ Oder genauer: „Hannover.“ Weil er hier gern lebt, weil er hier eine Familie gegründet und Freunde gefunden hat, ist der 50-Jährige Deutscher geworden.

In der Türkei wird die Einbürgerung scherzhaft als „Kartoffel werden“ bezeichnet. Seit gestern hat Hannover 24 neue Kartoffeln. Neubürger aus zehn Ländern. OB Stephan Weil überreichte ihnen die Urkunden, gratulierte zum Schritt. Bei aller Unterschiedlichkeit werde die Gemeinschaft so bunter.

Den Eingebürgerten bringt die deutsche Staatsangehörigkeit mehr Rechte (beispielsweise zu wählen und gewählt zu werden). Trotzdem, so bedauert Weil, sinke die Zahl. „Waren es vor zehn Jahren noch 2200 Menschen, so hat sich das heute fast halbiert.“

Die Gründe nennt Bereichsleiterin Hildegard Struchholz: „Die Sprachtests haben zu einem deutlichen Einbruch geführt.“ Auch der Einbürgerungstest mit den vielen Fragen halte einige ab. Noch sind die Hannover-Zahlen besser als der Bundestrend. Die Zahl der Neuanträge in den ersten drei Monaten dieses Jahres sei gegenüber 2009 um fast 20 Prozent auf knapp 400 gestiegen, so Struchholz. Aber mit dem Anspruch, weltoffen zu sein, will die Stadt mehr.

Weil kündigte deshalb eine Kampagne an. Von den 73 551 Bürgern mit ausländischer Staatsangehörigkeit sollen möglichst viele angeschrieben und zur Einbürgerung überzeugt werden. Voraussetzung dafür sind acht Jahre Aufenthalt in Deutschland (bei deutschem Ehepartner verkürzt sich die Frist auf drei Jahre), Nachweis von Sprachkenntnissen und Einbürgerungstest. Wer Deutscher wird, muss seine alte Staatsangehörigkeit aufgeben. Ausnahmen gelten für EU-Ausländer und Asylberechtigte.

Hasan Yilmaz, in Lüneburg geborener Deutscher mit türkischen Wurzeln, ist nur noch Deutscher: „Hier ist mein Lebensmittelpunkt.“ Die Entscheidung sei für ihn ein „Reifeprozess“ gewesen. Damit sich dem viele stellen, gibt es seit gestern Informationen auch im Internet.

Dazu gehört neben vielen Tipps der Film „Kartoffel werden“, den die 10. Klasse der Gerhard-Hauptmann-Schule gedreht hat.

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