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Schwere Vorwürfe: Der Staatsanwalt ermittelt gegen Samuel Sahin-Radlinger. Seine Frau Sila Sahin ist eine bekannte Schauspielerin.

Schwere Vorwürfe

Staatsanwalt ermittelt gegen 96-Torwart Sahin-Radlinger

Ein Ausraster beschäftigt die Staatsanwaltschaft: Die Behörde ermittelt gegen 96-Torwart Samuel Sahin-Radlinger, die Vorwürfe sind schwerwiegend.

Hannover. Es sollte ein schöner Abend werden, der aber sehr unschön auf dem Polizeirevier endete: Samuel Sahin-Radlinger (24) hat richtig großen Ärger an der Backe, die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den 96-Torwart – wegen Beleidigung und Widerstands gegen Beamte. „Wir bestätigen den Vorfall“, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge (60) gestern der NP. Bei diesen schwerwiegenden Vorwürfen, die im Raum stehen, dürfte die meisten Fans des beliebten Sportlers wohl ziemlich erschrecken.

Das soll passiert sein: Montagabend feierte Sahin-Radlinger seinen 24. Geburtstag. Mit im Auto: Gattin und Ehefrau Sila Sahin-Radlinger (30). Um 2.45 Uhr fiel Polizisten der Wagen der beiden wegen unsicherer Fahrweise auf, die Beamten stoppten das Auto am Vahrenwalder Platz. Drei Personen saßen im Wagen. Die Beamten begleiteten das Paar zu deren Wohnung in die List.

Nach NP-Infos soll der Torwart die Polizisten als „Spastis“ und „Vollidioten“ bezeichnet haben, angeblich soll mit einem Anruf bei den Hells Angels gedroht worden sein. Nachdem der 24-Jährige dann auch noch einen Polizisten geschubst haben soll, wurde er in der Wohnung von vier Polizisten überwältigt, zu Boden gebracht und gefesselt. Danach ging es für alle Beteiligten aufs Revier und auch dort soll sich der Sportler, zu dem so viele Fans aufschauen, rüpelhaft benommen haben, im Schreibraum die Füße auf den Tisch gelegt haben. „Nachdem der Vorgang aufgenommen wurde, konnte er die Dienststelle kurze Zeit später wieder verlassen“, so Klinge.

Kurzum: Der 24-Jährige wurde anzeigt. Für Delikte wie den Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte sieht das Strafgesetzbuch eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vor, bei Beleidigung drohen bis zu zwei Jahren Haft oder eine Geldstrafe.

Beim 96-Training gestern Nachmittag wirkte der Torwart durchaus in sich gekehrt und nachdenklich, den Kopf hatte er des öfteren gesenkt. Samuel Sahin-Radlinger hatte zunächst erwogen, nach dem Training über den Vorfall zu sprechen und seine Sicht darzustellen. Er entschied sich aber nach Rücksprache mit seinem Rechtsanwalt dagegen.

Sein Arbeitgeber war gestern zunächst mit der Aussage „Von Vereinsseite wird es keine Strafe geben“ vorgeprescht, ruderte dann aber im Laufe des Nachmittags zurück. Offensichtlich hat der Torwart ein abgeschwächte Version präsentiert. Eine vereinsinterne Strafe droht ihm jetzt. 96-Chef Martin Kind (72) „kann den Fall konkret nicht bewerten“. Er fordert aber „allgemein von den Profis, dass sie als 96-Vertreter die Außenwirkung und Spielregeln zu beachten haben, das ist in dem Fall nicht geschehen“. Kind: „Das ist belastend und unerfreulich.“


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