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Meine Stadt Spezialist filmt Hannovers Straßen
Hannover Meine Stadt Spezialist filmt Hannovers Straßen
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00:25 06.07.2015
ACHTUNG KAMERA: Mit solchen Fahrzeugen ist Here derzeit auch in  Hannover unterwegs und erstellt dreidimensionale Ansichten für digitale Karten und Navis.
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Hannover

Sie sind blau und tragen den weißen Schriftzug „here“ schräg aufgeklebt an Türen und Motorhaube, und auf dem Dach reckt sich ein turmartiger Aufbau in die Höhe, der ein wenig an den lebenden Roboter Nummer 5 aus dem 80er-Jahre-Kino-Hit erinnert. Wenn Sie ein solches Fahrzeug sehen, befinden Sie sich gerade in einer Straße, die mit modernsten Mitteln - 3-D-Radar und Fotos - kartografisch erfasst wird. Willkommen in der Zukunft des Verkehrs.

Here ist einer der führenden Anbieter von digitalem Kartenmaterial. Vor 15 Jahren als Start-up mit 65 Mitarbeitern in Berlin gegründet, wurde das Unternehmen 2006 von Nokia gekauft und kurz darauf mit dem US-amerikanischen Kartenhersteller Navteq zusammengelegt. Heute beschäftigt Here weltweit 6000 Mitarbeiter, soll allerdings demnächst wieder den Besitzer wechseln.

Das Kerngeschäft liegt in der mobilen Navigation. Das Unternehmen liefert die Daten für viele festinstallierte Navigationssysteme. Aktuelle Routeninformationen liefern dafür auch zahlreiche Handys, welche die kostenlose Here-App installiert haben und Daten über Standort, Geschwindigkeit und Bewegungsrichtung weitergeben. „Pro Monat werden 70 Milliarden solcher Datensätze verarbeitet“, erklärt Sprecher Sebastian Krume. Die derzeit durch Hannover und andere Städte fahrenden Kamerawagen haben aber eine andere Aufgabe: Sie sollen exakte Daten für eine hochpräzise 3-D-Darstellung der kompletten Straßensituation erfassen. Dafür werden 360-Grad-Panoramaaufnahmen der Straßenansicht gemacht.

Darüber hinaus werden die Straßen von einem sogenannten LiDAR-Scanner durchmessen. Das ist ein dem Radar ähnliches Verfahren zur optischen Abstandsmessung. Pro Sekunde werden damit 700 000 Datenpunkte erfasst - und erzeugen ein naturgetreues, dreidimensionales Abbild, in dem sogar Verkehrsschilder erfasst werden. „Solche Karten sind unter anderem notwendig, um autonomes Fahren Realität werden zu lassen“, erläutert Krume. Schon jetzt sind die so erzeugten Bilder in einige High-Class-Navis integriert: „Das erlaubt etwa bei der Parkplatzsuche das Umschalten vom Kartenmodus in die Straßenansicht.“

Als Google mit Kamerawagen unterwegs war, gab es einen Aufschrei der Datenschützer. Als Konsequenz haben führende Anbieter den Verein Selbstregulierung Informationswirtschaft gegründet und einen Kodex vereinbart. Was bedeutet, dass Personen und Kfz-Kennzeichen automatisch gepixelt werden. Hausbesitzer können verlangen, dass ihre Immobilie unkenntlich gemacht wird. Was natürlich nur geht, wenn sie überhaupt etwas davon mitbekommen.

Die Fahrpläne stehen im Internet unter https://legal.here.com/terms/driveschedule

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