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Meine Stadt Sparkasse Hannover baut weiter Arbeitsplätze ab
Hannover Meine Stadt Sparkasse Hannover baut weiter Arbeitsplätze ab
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00:15 21.03.2017
Glänzende Fassade: Die Sparkassen-Zentrale am Raschplatz ist renoviert, die Zahl der Filialen wird reduziert. Quelle: dpa
Hannover

Erfolgreiche Arbeit in schwierigen Zeiten — das verlangt der Sparkasse Hannover, ihren Mitarbeitern und ihren Kunden Anstrengungen ab. Die Zahl der Filialen wird sich von 119 auf 99 reduzieren, die Zahl der Mitarbeiter ist schon von 2102 auf 1925 gesunken. Vorstandschef Heinrich Jagau kündigt weitere Veränderungen an.

Mit der Gewerkschaft Verdi verhandelt das Kreditinstitut über den sozialverträglichen Abbau 200 weiterer Jobs, so Vorstandsfrau Kerstin Berghoff-Ising. Mittelfristig. Personalkosten spart die Sparkasse auch durch ein Angebot, das ihren Beschäftigten zugute kommt. Sie können Gehalt in Freizeit umwandeln, bis zu elf zusätzliche freie Tage nehmen. Mehr als 500 Männer und Frauen haben das 2016 genutzt.

Jagau berichtete, die sechstgrößte Sparkasse habe rechtzeitig entscheidende Weichen neu gestellt. So kosteten die gestiegenen Kontopreise zwar Kunden (minus 0,9 Prozent auf jetzt 713 000), sicherten aber einen höheren Provisionsüberschuss.

Starkes Wachstum bei den Einlagen hat die Bilanzsummer steigen lassen (von 13,5 auf 14,1 Milliarden Euro). Das Ergebnis aus dem operativen Geschäft ist von 110 Millionen auf 90,7 Millionen Euro gesunken. Der Bilanzgewinn macht nicht mehr 25 Millionen Euro aus wie in den Vorjahren, sondern nur 20 Millionen Euro. Deshalb werde die Sparkasse, so Jagau, ihren Trägern Stadt und Region eine um die Hälfte verminderte Ausschüttung vorschlagen; sie erhalten dann 2,8 Millionen Euro.

Die Einlagen der Kunden steigen — im Vorjahr um 448 Millionen auf 11,2 Milliarden Euro. Rund 7,4 Milliarden Euro davon sind täglich verfügbar. Wegen des Niedrigzinses, Jagau spricht von „Negativzins“, wird die Sparkasse gewerbliche Kunden zur Kassen bitten, wenn sie „außergewöhnlich hohe Liquiditätsbestände“ haben. Heißt im Klartext: Unternehmer mit mehr als einer Million Euro auf dem Konto müssen mit einem „Verwahrentgelt“ rechnen. Das liegt bei 0,4 Prozent.

Ungebrochen ist die Nachfrage nach Baufinanzierungen. Mit neuen Verträgen über 1,1 Milliarden Euro sei der Bestand auf rund sieben Millionen Euro gestiegen, sagte Vorstand Jens Bratherig. Weil sich in Stadt und Umland weniger verkäufliche Immobilien finden lassen, ist die Zahl der vermittelten Objekten allerdings von 559 auf 488 gesunken. Die Sparkasse reagiert darauf, indem sie mit regionalen Bauträgern Neubauprojekte realisiert. Das ist schon angelaufen.­

Von Vera König

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