Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Sozialer Wohnungsbau: Die passiven Zeiten sind vorbei
Hannover Meine Stadt Sozialer Wohnungsbau: Die passiven Zeiten sind vorbei
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 22.12.2012
STREITPUNKT KLIMASCHUTZ: Am Rande von Wettbergen entsteht eine Siedlung im Passivhausstandard – gut für den Klimaschutz. Experten kritisieren, dass dies den Wohnungsbau verteuere – und damit auch die Mieten hochtreibe. Quelle: Michael Joos
Anzeige
Hannover

Ist erschwinglicher Wohnraum in Hannover knapp, gibts gar einen Notstand – und falls ja: Soll die Stadt etwas tun, und den Sozialwohnungsbau fördern? Die Suche nach Antworten auf diese Fragen beschäftigen Stadtpolitik und Wohnungswirtschaft genauso wie Institutionen, die sich um sozial schwächere Menschen kümmern, schon länger. Um sich ein Bild von der Lage zu machen, hatten Bau- und Sozialausschuss gestern Experten zu einer Anhörung ins Rathaus gebeten. Nach drei Stunden war der Mehrheit klar: Ja, wir müssen und wollen da etwas tun.

„Handlungsbedarf, aber kein Grund für Hektik und Schnellschüsse“, lautete das Fazit von Dieter Cordes, Chef des kommunalen Wohnungsbauunternehmens GBH, nach der Anhörung. Wie andere Vertreter der lokalen Wohnungswirtschaft sieht er keinen akuten Wohnungsnotstand, schon gar nicht flächendeckend. Nur in bestimmten Segmenten gebe es „Besonderheiten“, etwa was studentisches Wohnen betreffe oder kleine Wohnungen sowie „familiengerechtes Wohnen über 70 Quadratmeter“. Cordes hofft inständig, dass ein städtisches Wohnungsbauförderprogramm „nicht nur ein Strohfeuer entfacht“, indem für kurze Zeit viel Geld bereitgestellt wird: „Das würde nur die Baupreise hochtreiben.“ Und am Ende nur die zu verlangenden Mieten steigen lassen.

Randolph Fries vom Mieterbund freilich sieht angesichts „einer Leerstandsquote von unter zwei Prozent“ schon jetzt eine „relativ bedrohliche Verknappung“ – es sei klar, dass man etwas tun müsse, eine „kommunale Förderung“ wäre aus seiner Sicht gut, etwa auch, indem die Stadt „Grundstücke preiswert zur Verfügung stellt“.

Maik Gildner vom Evangelischen Fachverband Wohnung und Existenzsicherung sieht sehr wohl eine Wohnungsnot, vor allem „im unteren, günstigen Marktsegment“, welches beständig kleiner werde – und zum Ausschluss von immer mehr Leuten führe: „Bei uns tauchen immer mehr Menschen auf, die sich selbst das günstigste Angebot nicht leisten können!“

Matthias Herter, Chef des Wohnungsbauunternehmens Meravis (vormals Reichsbund), forderte den Rat – wie schon die CDU – auf, über die Vorgaben zum Klimaschutz nachzudenken. Die Anforderungen in Hannover verteuerten das Bauen: „Es gibt unterschiedliche Wege, um die CO2-Ziele einzuhalten. Der Passivhausstandard legt uns nur Steine in den Weg.“ Das gefiel den Grünen nicht: „Wir können den Klimaschutz nicht einfach ausblenden!“, sagte Michael Dette.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Cedric Schmalstieg bringt die Tageszeitung – meist sogar joggend.

22.12.2012

Frühzeitige Bescherung im evangelischen Jugendhilfe-Haus Hermann Bödeker: Der hannoversche Abfallwirtschaftsbetrieb aha hat den dort lebenden 37 Kindern und Jugendlichen gestern eine Menge Spielzeug übergeben, darunter Schaukelpferde, Puppen und Kinderräder.

21.12.2012

Im Streit zwischen Senat und Präsidium der Hochschule Hannover hat sich überraschend Wissenschaftsministerin Johanna Wanka eingeschaltet.

21.12.2012
Anzeige