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STREITPUNKT KLIMASCHUTZ:  Am Rande 
von Wettbergen entsteht eine Siedlung im 
Passivhausstandard – gut für den Klimaschutz. Experten kritisieren, dass dies den 
Wohnungsbau verteuere – und damit auch
 die Mieten hochtreibe.

STREITPUNKT KLIMASCHUTZ: Am Rande
von Wettbergen entsteht eine Siedlung im
Passivhausstandard – gut für den Klimaschutz. Experten kritisieren, dass dies den
Wohnungsbau verteuere – und damit auch
die Mieten hochtreibe.© Michael Joos

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Baulücke

Sozialer Wohnungsbau: Die passiven Zeiten sind vorbei

Anhörung im Ratsausschuss macht klar: Stadt braucht Förderprogramm.

Hannover. Ist erschwinglicher Wohnraum in Hannover knapp, gibts gar einen Notstand – und falls ja: Soll die Stadt etwas tun, und den Sozialwohnungsbau fördern? Die Suche nach Antworten auf diese Fragen beschäftigen Stadtpolitik und Wohnungswirtschaft genauso wie Institutionen, die sich um sozial schwächere Menschen kümmern, schon länger. Um sich ein Bild von der Lage zu machen, hatten Bau- und Sozialausschuss gestern Experten zu einer Anhörung ins Rathaus gebeten. Nach drei Stunden war der Mehrheit klar: Ja, wir müssen und wollen da etwas tun.

„Handlungsbedarf, aber kein Grund für Hektik und Schnellschüsse“, lautete das Fazit von Dieter Cordes, Chef des kommunalen Wohnungsbauunternehmens GBH, nach der Anhörung. Wie andere Vertreter der lokalen Wohnungswirtschaft sieht er keinen akuten Wohnungsnotstand, schon gar nicht flächendeckend. Nur in bestimmten Segmenten gebe es „Besonderheiten“, etwa was studentisches Wohnen betreffe oder kleine Wohnungen sowie „familiengerechtes Wohnen über 70 Quadratmeter“. Cordes hofft inständig, dass ein städtisches Wohnungsbauförderprogramm „nicht nur ein Strohfeuer entfacht“, indem für kurze Zeit viel Geld bereitgestellt wird: „Das würde nur die Baupreise hochtreiben.“ Und am Ende nur die zu verlangenden Mieten steigen lassen.

Randolph Fries vom Mieterbund freilich sieht angesichts „einer Leerstandsquote von unter zwei Prozent“ schon jetzt eine „relativ bedrohliche Verknappung“ – es sei klar, dass man etwas tun müsse, eine „kommunale Förderung“ wäre aus seiner Sicht gut, etwa auch, indem die Stadt „Grundstücke preiswert zur Verfügung stellt“.

Maik Gildner vom Evangelischen Fachverband Wohnung und Existenzsicherung sieht sehr wohl eine Wohnungsnot, vor allem „im unteren, günstigen Marktsegment“, welches beständig kleiner werde – und zum Ausschluss von immer mehr Leuten führe: „Bei uns tauchen immer mehr Menschen auf, die sich selbst das günstigste Angebot nicht leisten können!“

Matthias Herter, Chef des Wohnungsbauunternehmens Meravis (vormals Reichsbund), forderte den Rat – wie schon die CDU – auf, über die Vorgaben zum Klimaschutz nachzudenken. Die Anforderungen in Hannover verteuerten das Bauen: „Es gibt unterschiedliche Wege, um die CO2-Ziele einzuhalten. Der Passivhausstandard legt uns nur Steine in den Weg.“ Das gefiel den Grünen nicht: „Wir können den Klimaschutz nicht einfach ausblenden!“, sagte Michael Dette.


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