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Meine Stadt Sorge vor Verkauf von Metronom-Bahn
Hannover Meine Stadt Sorge vor Verkauf von Metronom-Bahn
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16:33 30.08.2010
Soll verkauft werden: Metronom Quelle: dpa
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Der bevorstehende Verkauf von Niedersachsens wichtigster Privatbahn Metronom weckt Ängste um die Zukunft der gelb-blauen Züge. „Die größte Gefahr besteht darin, dass sich hier Finanzinvestoren anmelden und zum Zuge kommen, das wäre fatal“, sagte Celles Landrat Klaus Wiswe (CDU) der Nachrichtenagentur dpa. Im Zuge der Übernahme des Metronom-Mehrheitseigners Arriva durch die Deutsche Bahn sollen die deutschen Tochterunternehmen der britischen Bahnfirma gebündelt bis Jahresende verkauft werden. Ein Drittel des deutschen Arriva-Geschäfts entfällt auf Niedersachsen, neben dem Metronom besitzt Arriva regionale Busunternehmen in Stade, Lüneburg und Celle.

„Wir setzen uns für Lösungen ein, die den Wettbewerb garantieren“, sagte der Sprecher des Niedersächsischen Verkehrsministeriums, Christian Budde. „Das heißt, wenn die Franzosen oder ein großer Konzern einsteigen würden, wäre der Wettbewerb nicht behindert.“ Als Interessenten werden Rivalen der Bahn im In- und Ausland, auch aber die Benex-Holding der Hamburger Hochbahn genannt, die bislang bereits an der Metronom-Gesellschaft beteiligt ist. Kritik gibt es daran, dass alle deutschen Arriva-Töchter im Paket verkauft werden. „Das Problem ist, dass kleinere Anbieter eher nicht zum Zuge kommen, es sei denn, sie schließen sich zu einem Bieterkonsortium zusammen“, meinte Budde.

Die Metronom-Züge sind zwischen Göttingen, Hamburg, Bremen und Cuxhaven unterwegs. Landrat Wiswe, der für die Kommunen im Metronom-Aufsichtsrat sitzt, hatte sich für eine Übernahme durch ein norddeutsches Verkehrsunternehmen wie die EVB in Zeven oder die Hamburger Hochbahn stark gemacht. „Die EVB vermute ich, kann einen Kauf von Arriva Deutschland nicht finanzieren, was die Hamburger Hochbahn macht, weiß ich nicht. Vielleicht sind die so wild daran interessiert, dass sie sagen, na gut, dann kaufen wir eben alles.“ Man sei daran interessiert, die Position bei Metronom aufzustocken und die dortigen Arriva-Anteile zu übernehmen, hatte ein Sprecher der Hamburger Hochbahn erklärt - zugleich aber den Paketverkauf kritisiert.

Mögliches Interesse an den deutschen Arriva-Töchtern bekundet haben bislang der zur französischen SNCF gehörende Betreiber Keolis Deutschland, der größte deutsche DB-Rivale Veolia und nach Informationen der „Financial Times Deutschland“ auch der Logistiker Rhenus. „Es gibt viele, die in Betracht kommen von der Dänischen Staatsbahn bis zu jedem, der außerhalb der DB Schienenpersonennahverkehr in Deutschland betreiben will“, sagt Wiswe. „Dänen, Franzosen und Niederländer, sie werden alle gehandelt und mit dem ein oder anderen habe ich auch Gespräche geführt.“ Wichtig sei, dass der Käufer sich langfristig engagieren wolle und nicht nur Geld aus dem Unternehmen herausziehe.

Wiswe hält auch eine Übernahme durch einen Zusammenschluss mehrerer Bahnunternehmen für möglich. So sei die Dänische Staatsbahn in Westfalen gemeinsam mit einem Partner in den deutschen Markt eingestiegen. Die Sorge, dass die Deutsche Bahn Einfluss auf die Verkaufsverhandlungen nehmen könnte, teilt Wiswe nicht. Der Verkauf werde nicht von der DB sondern von einem Treuhändler vorgenommen.

(Michael Evers, dpa)

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