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Meine Stadt Sorge um Misburger Mergelgrube
Hannover Meine Stadt Sorge um Misburger Mergelgrube
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09:45 06.03.2014
KAHLSCHLAG: Gerodete Böschung am Südrand der laut EU schützenswerten Mergelgrube an der Portlandstraße/Lohweg. Quelle: BUND
Hannover

Anlass sind Rodungen am Rande des „HPC I“ benannten Gebiets, das von der EU-Kommission seit 2007 zum Schutzgebietsnetz „Natura 2000“ gezählt wird. Die seien ohne Genehmigung vonstattengegangen; außerdem plane Papenburg, dort Bauschutt abzulagern und das angrenzende Hafenbecken und den Stichkanal dorthin damit zu füllen. Das würde den Grundwasserspiegel beeinflussen und Staubeintrag womöglich die Nährstoffsituation in der über 100 Jahre alten Grube stören.

Das alles gefährdet laut dem Naturschutzbeauftragten Guido Madsack seltene Pflanzen, etwa die Orchideenart Fleischfarbenes Knabenkraut, oder Kammolche in den Tümpeln und seltene Libellenarten. Die Naturschützer fordern, dass die Region das Gebiet zum Naturschutzgebiet erklärt. Dazu sei sie binnen sechs Jahren nach Anerkennung durch die EU verpflichtet. Madsack: „Dabei müssen dann Randgebiete einbezogen werden, die eine Pufferzone bilden - genau da spielt sich das jetzt ab.“

Die Region erklärte, dass „gegen keine Bestimmungen“ verstoßen worden sei, die Naturschutzbehörde hätte unlängst „alles geprüft, was zu prüfen war“. Die Politik sei informiert, eine Bauschuttdeponie sei nicht geplant, es bleibe „alles, wie es war“. Re-gionssprecher Klaus Abelmann: „Aus unserer Sicht gibts da nichts zu beanstanden.“

Bauunternehmer Papenburg: „Da hat eine Menge Unrat gelegen, den haben wir weggeräumt. Weiter nichts, nur Ordnung gemacht, um Gottes willen!“ Er meidet die Wörter Bauschutt und Deponie und erklärt im gleichen Atemzug: „Wir haben Anträge gestellt, das Grundstück zu verfüllen.“

Genau, was die Naturschützer fürchten. Die Rodung sei der erste Schritt, sie schaffe schon mal Fakten, was man laut Madsack von Papenburg an anderer Stelle kenne, etwa an der nahen Grube Germania für seine Entsorgungsfirma Noris.

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