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Kontaktaufnahme: Angela Merkel und Christian Wulff bestaunen auf der Hannover Messe einen Roboter.© Dröse

Rundgang

Solo für Merkel auf Hannover-Messe

Solo für die Kanzlerin. Angela Merkel hat es nach ihrer Odyssee quer durch Europa am Montag pünktlich zur Hannover Messe geschafft - die Strapazen der Reise sind ihr kaum anzusehen.

Doch ihr Partner beim traditionellen Messe-Rundgang fehlt. Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi sagte seine Teilnahme wegen der Flugverbote in Europa ab. Als Vertreter des Messe-Partnerlands ist nun Wirtschaftsminister Claudio Scajola auf die Industrieschau gekommen - mit dem Auto. „Ich kann beurteilen, wie lange Sie gefahren sind“, scherzt Merkel, die am Wochenende ebenfalls von Italien aus in einer beschwerlichen Reise in die Heimat zurückgekommen ist.

Die Aschewolke aus Island ist Thema auch in Hannover - einige Stände sind leer, weil Aussteller im Ausland festsitzen. „Ein einziger Vulkan hat Europa gefesselt, aber uns nicht“, sagt Scajola, und preist die Rolle Deutschlands und Italiens bei der Bewältigung der Wirtschaftskrise. Auch Merkel verbreitet Zuversicht. Die Hannover Messe sei ein „Zeichen der Hoffnung für die Überwindung der Krise“. Sie lobt die starke Präsenz der Messe und deren Innovationskraft mit rund 4000 neuen Produkten. „Diese Neuheiten können uns den Weg weisen, damit wir stärker aus der Krise herauskommen als wir hineingegangen sind.“

Zum Beispiel ein „bionischer Greifarm“ des Automatisierungsunternehmen Festo, dessen Technik einem Elefantenrüssel nachempfunden wurde. Geduldig steht Merkel vor dem langen, dünnen Roboterarm und wartet darauf, dass er ihr einen Apfel überreicht. Doch die Maschine will nicht so recht. Sie dreht sich nach links, dann wieder nach rechts, und schlängelt ein wenig orientierungslos hin und her. „Das sind nur ein paar Turnübungen zum Warm werden“, sagt Festo-Chef Eberhard Veit. Und tatsächlich nähert sich der Greifarm kurze Zeit später der Kanzlerin, die ihm sichtlich beeindruckt den Apfel aus der Hand nimmt.

Zwei Stunden Zeit nimmt sich Merkel, zu ihrem Gefolge zählen Bundesforschungsministerin Annette Schavan und Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (beide CDU), der später am Tag noch eine Kabinettsumbildung verkündet. An elf Ständen informieren sie sich über Projekte und Ideen der Aussteller.

Dabei steht in diesem Jahr das Thema Energieeffizienz im Mittelpunkt. Vor allem Ladestationen für Elektroautos oder -roller werden der Bundeskanzlerin häufig präsentiert. Bei VW zeigt ihr Vorstandschef Martin Winterkorn eine Elektrotaxi-Studie und erzählt, was der Konzern in Sachen Elektroauto alles vorhat - die Forderungen der Autoindustrie nach Milliarden-Subventionen seitens der Politik kommen aber nicht zur Sprache.

Eine besondere Überraschung erwartet die Kanzlerin am Stand des Ventilatorherstellers „ebm-papst“. Denn hier organisiert der Nachwuchs den kompletten Messestand: Insgesamt zwölf Auszubildende präsentieren das Unternehmen in dieser Woche auf der Hannover Messe.

Stefan Jaeckle und Eva-Maria Dörr haben an diesem Morgen die Aufgabe übernommen, der Bundeskanzlerin die Firma vorzustellen - und die taut beim Gespräch mit den beiden 19 und 20 Jahre alten Auszubildenden merklich auf. „Was wird hier vorgestellt, wie viele Kollegen sind in ihrem Unternehmen, wo wird die neue Technik eingesetzt“, will die Kanzlerin von den Beiden wissen, die ihr - ein wenig aufgeregt - kompetent Rede und Antwort stehen. „Ich war vorher ganz schön nervös“, sagt der angehende Mechatroniker nach dem Gespräch mit der Kanzlerin. „Aber Frau Merkel strahlt eine solche Ruhe aus, da braucht man gar keine Angst zu haben.“ dpa


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