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Meine Stadt Soldat zu Haftstrafe verurteilt
Hannover Meine Stadt Soldat zu Haftstrafe verurteilt
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17:16 10.01.2019
SYMBOL-FOTO: Neun-Millimeter-Patronen, einsetzbar auch in den Pistolen der Bundeswehr. Quelle: Foto: dpa
HANNOVER

Das war kein Führungsverhalten, Herr Hauptfeldwebel. Aus diesem Grund verurteilte Amtsrichter Burkard Littger den Soldaten Heiko B. (40) zu sechs Monaten Haft auf Bewährung und 2000 Euro Geldbuße.

Der Angeklagte hatte am Donnerstag geleugnet, 3000 Schuss Munition in der Hauptfeldwebel-Lagenstein-Kaserne gebunkert zu haben. Stattdessen wollte der Vorgesetzte die ganze Schuld auf seinen Oberstabsgefreiten (30) abladen. Da der 30-Jährige bereits zu einer Geldstrafe in Höhe von 7800 Euro verurteilt wurde, konnte er gegen den Hauptfeldwebel als Zeuge aussagen.

„Das Gericht ist der Aussage des Zeugen gefolgt“, erklärte hinterher Gerichtssprecher Koray Freudenberg. Zudem hätten die Nummer der verschwunden Munitionspackungen mit den Dienstzeiten in 2016 und 2017 der beiden Soldaten überein gestimmt. Auch die Menge der Munition habe bei der Strafhöhe eine Rolle gespielt.

Nach Auskunft eines Beamten der Wehrdisziplinaranwaltschaft muss sich Heiko B. nun auf eine Degradierung um einen Dienstgrad gefasst machen. Der Oberstabsgefreite erhalte wegen seines Geständnisses lediglich eine Beförderungssperre.

So wie es aussieht, beruhte der unerlaubte Besitz von Munition auf Bequemlichkeit. Anstatt die überzähligen Patronen zu zählen und zurückzugeben, wurden sie einfach einbehalten. Eine solche „Vorratshaltung“ sei nicht untypisch, erklärte der Bundeswehr-Beamte im ersten Prozess – verboten ist sie gleichwohl.

Von Thomas Nagel

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