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BRUNNEN GEHT IMMER: Öfter mal kaltes Wasser ins Gesicht.© dpa

RATGEBER

So überstehen Sie jede Hitzewelle

Die größte Hitzewelle aller Zeiten steuert auf uns zu. Das NP-Sommer-Team hat einige Experten-Tipps für Sie zusammengestellt. Was tun auf der Arbeit? Was tun im Garten? Wie schütze ich meine Haustiere? Wir haben auf Ihre Fragen eine Antwort.

Wie viel sollte ich trinken? Normalerweise sollte ein Erwachsener jeden Tag 1,5 bis 2 Liter Wasser trinken. Wenn es heiß ist, kann man jedoch noch gut einen Liter drauflegen. Trinken Sie Mineralwasser, dann halten Sie auch Ihren Natriumchloridhaushalt im Gleichgewicht. Alkohol ist übrigens keine gute Flüssigkeitsquelle: Er erweitert die Blutgefäße und man kippt schneller um. Eine Abwechslung zum Mineralwasser bieten Saftschorlen oder auch gekühlte Tees. Aber dabei ist Vorsicht geboten. Eiskalte Getränke löschen nur vorübergehend den Durst und regen die körpereigene Wärmeproduktion an, so dass man noch mehr schwitzt. Lauwarme Getränke kann der Körper schneller aufnehmen – und somit den Flüssigkeitsverlust schneller ausgleichen.

Was kommt auf den Teller? Leichte Kost, wie Fisch, Gemüse und Obst sind zu bevorzugen. Und nehmen Sie sich für die Mittagspause ein wenig mehr Zeit als sonst. Eine verlängerte Ruhephase zur Mittagszeit wird Ihrem Körper gut tun.

Was sollte ich anziehen? Zeigen Sie Haut, tragen Sie luftige und helle Kleidung aus Naturfasern. Das gilt für junge sowie für alte Menschen. Blusen und Hemden aus Nylon oder Kunstfaser lassen die Haut nicht atmen. Ein Hut oder eine Mütze auf dem Kopf kann allerdings als Sonnenblocker nicht schaden.

Wie schütze ich meine Haustiere? Tiere sollten stets ausreichend Wasser und die Möglichkeit zur Flucht in den Schatten haben. Wer ein Tier entdeckt, das etwa in einem geparkten Auto eingeschlossen sei, sollte immer die Polizei alarmieren. Auch das offene Schiebedach oder das einen Spalt breit geöffnete Fenster helfen hier nicht! Für Haustiere kann die Hitze schnell tödlich sein.

Schwitzt man nach einer kalten Dusche im Sommer noch mehr? Ja. Zwar geht die Körpertemperatur durch das kalte Wasser zunächst runter, aber: Wer dann nach draußen geht, schwitzt mehr als vorher. Der Körper bemerkt den großen Temperaturunterschied - und passt die Temperatur so schnell es geht der Umgebung wieder an. Das Resultat: Wir schwitzen wie verrückt.

Wann gehe ich besser in den Schatten? Unser Körper sendet in der Regel spürbare Signale aus bevor ihm die Sonne zu viel wird. Wenn Sie merken, dass Ihnen die Hitze zu schaffen macht, suchen Sie einen Ort zum Abkühlen.

Kann ich trotz der Hitze im Garten arbeiten? Ja, aber vermeiden Sie ungewohnte körperliche Anstrengung. Wenn möglich, dann arbeiten Sie an Orten im Garten, die gerade im Schatten liegen. Oder stellen Sie einen großen Schirm über sich auf.

Hilft eine kalte Dusche? Nein, nur sehr kurzzeitig. Im Sommer ist eine kalte und erfrischende Dusche zwar ziemlich verlockend. Aber: Wer an heißen Tagen kalt duscht, der schwitzt hinterher noch mehr. Kalt duschen im Hochsommer ist kontraproduktiv. Denn durch das kalte Wasser geht die Körpertemperatur erstmal runter. "Aber wer dann nach draußen geht, schwitzt mehr als vorher, weil der Körper die Temperatur wieder hochschraubt, um sie der Umgebung anzupassen", erklärt Hofmann. Im Hochsommer macht es daher tatsächlich mehr Sinn, nicht unter Körpertemperatur zu duschen und etwas Warmes oder zumindest Lauwarmes zu trinken. Denn dadurch wird der Körper der Außentemperatur näher gebracht, und man schwitzt weniger.

Was kann ich tun, damit unsere Mülltonnen nicht stinken? Feuchte Abfälle gären in der heißen Umgebung. Daher sollte der Boden der Tonne im Sommer mit Zeitungspapier ausgelegt sein, das Flüssigkeiten aufnimmt. 

Wann sollte gelüftet werden? An sehr heißen Tagen am besten nur nachts und in den kühleren Morgenstunden bei weit geöffnetem Fenster. Tagsüber bleiben Fenster und Türen verschlossen. Besonders Schlafräume sollten am Tage dicht und dunkel sein. Im Keller sollte sogar gar nicht gelüftet werden.

Was schützt am wirksamsten gegen die warmen Sonnenstrahlen? Außen angebrachte Jalousien, Roll- und Klappläden schatten die Zimmer am besten ab. Innenrollos oder Vorhänge können die Sonnenstrahlen erst abschirmen, wenn sie bereits in den Raum eingedrungen sind. Sie sollten zumindest helle oder metallbeschichtete Außenflächen haben, um die Strahlung möglichst gut zu reflektieren. Für dauerbestrahlte Südfenster empfiehlt sich spezielles Sonnenschutzglas. Einen ähnlichen Schutz bieten Reflexionsfolien, die meist getönt sind und von innen auf den Glasflächen angebracht werden. Sie sind aber nur begrenzt haltbar.

Was tun, wenn der Sonnenbrand schon da ist? Produkte mit Aloe Vera kühlen die verbrannte Haut und spenden Feuchtigkeit. Zur Kühlung hilft auch Quark als Hausmittel. Wenn die Haut allerdings Blasen wirft oder sich ablöst, sollte der Gang zum Arzt angetreten werden.

Hilft Durchzug? Wer doch lieber die Fenster aufreißt, sollte auf jeden Fall Zugluft meiden: Sonst drohen ein steifer Nacken oder gereizte Schleimhäute.

Sind Ventilatoren oder Klimageräte zu empfehlen? Ventilatoren wirken erfrischend und lassen den Schweiß verdunsten. Aber auch hier drohen Nackenverspannungen und Erkältungen, wenn der Körper zu sehr auskühlt. Von elektrischen Raumkühlern und Klimageräten raten Verbraucherexperten ab. Der Energieaufwand steht demnach in keinem Verhältnis zum Kühleffekt. Bei einem typischen Gerät mit einer Leistungsaufnahme von 750 Watt kostet jede Betriebsstunde etwa 15 Cent - bis zum Ende des Sommers kommen so rund hundert Euro Energiekosten zusätzlich zusammen.

Gibt es eine Alternative zum Ventilator? Frisch gewaschene Kleidungkann helfen. Wird der nasse Stoff im Wohnraum getrocknet, entsteht Verdunstungskälte - und die hält nachts zum Beispiel das Schlafzimmer kühler. Pflanzen im Zimmer sorgen im Sommer ebenfalls für Abkühlung. Sie verdunsten permanent Wasser und kühlen damit die Wände.

Wieso bleibt der Fernseher besser aus? Elektrogeräte produzieren, wenn sie angeschaltet sind, jede Menge Wärme. Wärmequellen im Wohnraum heizen diesen somit zusätzlich auf. Daher sollten alle Geräte im Stand-by-Betrieb sowie ungenutzte Netzteile abgeschaltet sein.

Muss bei Hitze der Kühlschrank auf höchster Stufe laufen? Nein. Zum Frischhalten von Lebensmitteln reichen sechs bis acht Grad Celsius völlig aus. Grundsätzlich sollten elektrische Geräte, die nicht unbedingt gebraucht werden, abgeschaltet werden. Denn jeder Computer und jede Lampe strahlt Wärme ab.

Was hilft beim Einschlafen? Wer sich wegen der Wärme beim Einschlafen quält, dem empfehlen Experten vor dem Zubettgehen eine kühle - nicht zu kalte - Dusche. Die Feuchtigkeit nicht ganz abtrocknen, sondern verdunsten lassen, das bringt dem Körper Abkühlung. Außerdem empfiehlt sich ein leichter luftiger Schlafanzug aus Naturfasern wie Baumwolle. Beides kann Schweiß gut aufnehmen - immerhin schwitzt der Körper nachts einen halben Liter Flüssigkeit aus.

Worauf sollten Autofahrer achten? An sehr heißen Sommertagen kann sich die Luft im Auto leicht auf über 60 Grad erwärmen. Aufgeheizte Fahrzeuge sollten deshalb vor Fahrtbeginn ordentlich durchgelüftet werden. Dann sollte die Lüftung zunächst einige Zeit auf Umluft laufen - so kühlt das Fahrzeug schneller ab, weil keine warme Luft von außen zugeführt wird. Auf Kurzstrecken rät der ADAC, am besten ganz auf die Klimaanlage zu verzichten und lieber die Fenster öffnen. Das spart Kraftstoff. Beim Parken hält ein Sonnenschutz an den Scheiben einen Teil der Hitze draußen. Auf keinen Fall dürfen Kinder oder Tiere im Auto zurückgelassen werden, auch nicht auf einem Schatten-Parkplatz.

Was tun Gärtner, wenn es trotz Hitze stark regnet? Die Folge ist ein verdichteter Boden. Luftkammern in der Erde füllen sich mit Wasser, feine Wurzeln ersticken und sterben ab. Was ist zu tun? Der Hobbygärtner muss nun das Beet hacken und auflockern. Damit begünstigt er die Durchlüftung des Bodens und sorgt dafür, dass er nicht verschlammt und sich weniger Moos und Algen bilden. Liegt auf dem Beet eine Mulchschicht, kommt diese nun weg. So kann der Boden schneller abtrocknen. Wichtig ist: Den Beetboden möglichst nicht betreten, sonst verdichtet er sich nur noch stärker. Hobbygärtner müssen zudem ein Auge auf das vermehrte Aufkommen von Schnecken und Pilzkrankheiten haben.

Was tun Gärtner, wenn sich zur Hitze auch noch Trockenheit gesellt? IhrePflanzen drohen zu verdursten. Die wichtigste Maßnahme ist natürlich das Gießen. Doch Hobbygärtner sollten es nicht übertreiben. Lieber gießen sie weniger oft, dafür aber durchdringend, so dass das Wasser nicht nur die obersten Schichten, sondern auch die Wurzeln in der Tiefe erreicht. Hacken Sie danach den Boden auf, um Hohlräume im Boden zu zerstören und das Wasser in die Tiefe zu leiten.Gut ist grundsätzlich auch Mulch, das auf die Beete kommt. Es verhindert, dass Gießwasser verdunstet. Aber gerade frisch Ausgesätes braucht gleichmäßig Feuchtigkeit. Legen Sier hier am besten nach dem Gießen ein dünnes Vlies aus, so verhindern Sie ein allzu schnelles Austrocknen.


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