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Meine Stadt So teuer wäre der kostenlose Nahverkehr in Hannover
Hannover Meine Stadt So teuer wäre der kostenlose Nahverkehr in Hannover
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15:12 02.03.2018
ARCHIV - Ein Fahrkartenautomat an der Haltestelle "Kröpcke". Quelle: picture alliance / dpa
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Hannover

Kostenlosen Nahverkehr gibt es nicht. Bezahlt werden muss das Angebot in jedem Fall. Die Frage ist nur, von wem. Der Großraum-Verkehr Hannover (GVH), zu dem neben Bussen und Bahnen der Üstra auch die Regiobus sowie die S-Bahnen der DB sowie weitere Nahverkehrszüge gehören, hat jährliche Einnahmen durch Ticketverkäufe in Höhe von zuletzt fast 270 Millionen Euro.

Das alles müsste durch den Steuerzahler kompensiert werden. Das Ein-Euro-Ticket, das die Ampel im Rat fordert, wäre zwar nicht ganz so teuer in der Finanzierung. Aber auch in diesem Fall müssten viele zusätzliche Millionen Euro aufgebracht werden. Fahrgaststeigerungen, die einen Ausbau der Infrastruktur und die Be­schaffung zusätzlicher Busse und Bahnen notwendig machen, sind darin noch gar nicht inbegriffen.

Dazu kommen Kosten für den Fuhrpark: Ein Wagen des neuen Stadtbahntyps TW 3000 kostet 2,8 Millionen Euro – und ein Zug besteht aus drei Wagen. Für einen langen Hybridbus müssen 470 000 Euro bezahlt werden, die reine Elektrovariante liegt sogar bei 950 000 Euro.

Zudem würden mehr Fahrer benötigt. Bei der Üstra bekommen diese im Schnitt ein jährliches Gehalt von 41 000 Euro. Auch für Werkstätten und Reinigung würde mehr Personal benötigt. Betriebshöfe müssten ausgebaut werden.

Dem stünden natürlich auch Kosteneinsparungen entgegen: Bei der Üstra sind rund 120 Personen im Be­reich Vertrieb, Fahrkarten, Abonnenten-Verwaltung und Kontrollen beschäftigt – ganz grob kalkulierte fünf Millionen Euro an Personalkosten könnten entfallen. Wegen laufender Verträge würde das aber dauern. Bei der Regiobus wären die Einsparungen noch geringer, weil dort die Fahrer ohnehin die Kontrollen beim Einstieg in die Busse übernehmen.

Unter dem Strich bliebe eine riesige Summe an zusätzlichen Kosten, die wegen des Ausbaus bei Personal, Fahrzeugen und Infrastruktur vom Steuerzahler finanziert werden müsste und den Ausfall an Ticketeinnahmen deutlich überstiege.

Von C. Bohnenkamp

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