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Meine Stadt So sieht das Hannover Chinas aus
Hannover Meine Stadt So sieht das Hannover Chinas aus
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16:45 17.10.2016
So also stellt China sich die schönste Stadt der Welt vor: Ein Blick ins Hannover-Viertel von Changde. Quelle: dpa
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Changde/Hannover

Nicht nur der Eiffelturm wird kopiert: Im chinesischen Changde ist ein von Hannover inspiriertes deutsches Viertel entstanden. Die Besucher können auf der Hannoverschen Straße zwischen Backsteinhäusern im norddeutschen Stil flanieren sowie im "Deutsch"-Restaurant oder in einer Kaffeemanufaktur einkehren. Das Projekt zeige das große Interesse in China an Deutschland, sagte Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok, der eigens zur Eröffnung des Viertels an diesem Dienstag in die Millionenstadt gereist ist.

Schostok hofft, dass das Klein-Hannover in der Provinz Hunan Lust auf einen Besuch des deutschen Originals macht. Ein weiteres Ziel sei die Intensivierung der Wirtschaftskontakte, sagte der SPD-Politiker.

Weil Europa gerade für die aufstrebende Mittelschicht Chinas ein Sehnsuchtsort ist, versuchen chinesische Investoren immer wieder, das europäische Lebensgefühl in die eigene Heimat zu bringen. Schon seit fast zehn Jahren erinnert in der Nähe von Shanghai (Provinz Zhejiang) ein Projekt an Paris, inklusive eines Nachbaus des Eiffelturms. Die Thames Town ebenfalls in der Nähe von Shanghai ist der Architektur in Großbritannien nachempfunden. 2012 eröffnete in der südchinesischen Stadt Boluo (Provinz Guangdong) ein neues Luxus- und Touristenviertel, dem das malerische Dorf Hallstatt im österreichischen Salzkammergut als Vorbild diente. 

In Changde fiel die Wahl auf Hannover, weil beide Städte seit zehn Jahren enge Kontakte pflegen. So gibt es eine Kooperation in der Wasserwirtschaft, die nach Angaben von Schostok beispielhaft für die staatlich geplante Modernisierung der Wasserversorgung in China sein könnte. Zu den niedersächsischen Gästen der Eröffnung des deutschen Viertels zählen aber nicht nur Wirtschaftsvertreter. Der Oberbürgermeister brachte auch Bruchmeister als Repräsentanten des hannoverschen Schützenfests mit, das als das weltgrößte Fest seiner Art gilt.

Neben Bratwurst und Bier sollen die Chinesen auch das hannoversche Traditionsgetränk "Lüttje Lage" kennenlernen, bei dem - grob gesagt - Bier und Schnaps auf einmal heruntergestürzt werden. Die Investitionssumme für das Gesamtprojekt mit Wohnungen, Büros, Geschäften, Gastronomie und einem Hotel liegt nach Angaben in einer Broschüre des "Hannover Centers" bei rund 370 Millionen Euro. In diesem zentral gelegenen Hannover-Haus hat die niedersächsische Landeshauptstadt auch eine Ausstellung eingerichtet, in der sie sich als Wirtschafts-, Messe- und Hochschulstandort vorstellt.

Zentrale Plätze des europäischen Viertels von Changde sind nach berühmten Hannoveranern wie Avantgardekünstler Kurt Schwitters, Universalgenie Gottfried Wilhelm Leibniz und Keksfabrikant Hermann Bahlsen benannt. Ob das Klein-Hannover in Chinas Mitte weiter wachsen wird, ist noch nicht bekannt. Gerüchte gibt es aber bereits darüber, dass am Fluss eventuell noch ein Schloss folgen könnte - etwa im Stil der Marienburg der Welfen. dpa

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