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Zeuge bestochen?

So sieht Wolfgang F. seinen Fall

Wolfgang F. (62) ist aus der U-Haft entlassen - doch die Vorwürfe gegen ihn bleiben. Jetzt äußert sich der Millionär aus Hannover.

Hannover. „Es besteht kein Haftgrund mehr. Aber die Ermittlungen wegen Anstiftung zur unendlichen Falschaussage laufen weiter“, sagte gestern ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München I auf NP-Nachfrage. Nach Befragungen des ermittelnden Staatsanwalts wurden Wolfgang F. und sein Freund aus Hamburg, Detlef F. (63), aus der U-Haft entlassen. Beide sollen einen Zeugen gegen Bezahlung zur Falschaussage angestiftet haben. Er sollte die Freundin von Detlef F., Melanie M. (34), vor Gericht entlasten. Sie wurde kürzlich im spektakulären „Wiesn-Prozess“ wegen versuchten Totschlags zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt.

Der Anwalt von Wolfgang F., Professor Michael Nagel, erklärte: „Nach meiner Auffassung sind die erhobenen Vorwürfe gegen meinen Mandanten ausgeräumt.“ Aus Sicht von Wolfgang F. seien die Dinge so abgelaufen: Detlef F. habe zahlreiche Angebote von sogenannten Zeugen bekommen. Sie forderten große Summen für ihren Auftritt vor Gericht. In einem Fall sei Detlef F. der Auffassung gewesen, dass es sich wirklich um einen Augenzeugen gehandelt habe. Er habe daraufhin seinen Freund aus Hannover gebeten, sich einen Eindruck von dem Zeugen zu verschaffen. Am 13. Juni habe sich Wolfgang F. mit dem Zeugen in Lustenau (Schweiz) getroffen. Zuvor habe sich Wolfgang F. über die Vorgänge auf dem Oktoberfest 2015 von seinem Hamburger Freund unterrichten lassen. „Mein Mandant ist felsenfest davon überzeugt, dass er (der Zeuge, d. Red.) die Wahrheit schildert“, erklärt Anwalt Nagel.

Zum Ferienbeginn trafen sich Wolfgang F. und Detlef F. auf Mallorca. Der Hamburger Immobilien-Millionär sei von Freunden immer wieder vor dem Zeugen aus Lustenau gewarnt worden. „Auch ist von Geldzahlungen die Rede, es fallen Beträge zwischen 30 000, 60 000 und 100 000 Euro. Ob diese konkret im Zusammenhang mit dem Zeugen, mit dem er sich getroffen hat, erwähnt wurden, erinnert mein Mandant heute nicht mehr“, sagt der Anwalt aus Hannover.

Am 5. Juli habe in München ein erneutes Treffen von Wolfgang F. und dem Zeugen im „Sofitel“ stattgefunden. Ergebnis: Wolfgang F. teilt seinem Freund mit, dass er überzeugt sei, dass es sich um einen „wirklichen Zeugen“ handele.

Dieser Zeuge wurde noch im Gerichtssaal festgenommen. Er gestand für 100 000 Euro eine Falschaussage gemacht zu haben, weitere 100 000 Euro sollten bei Freispruch für Melanie M. folgen. Auch Detlef F. legte im Sommer bereits ein Geständnis ab. Sein Mandant habe von diesen Ereignissen erfahren und wollte sich an den Staatsanwalt wenden, sagt Michael Nagel. Doch die Anwälte seines Freundes hätten ihn davon abgehalten.


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