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Meine Stadt So schützt sich die Polizei vor Spuckattacken
Hannover Meine Stadt So schützt sich die Polizei vor Spuckattacken
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00:16 17.03.2017
MULTIFUNKTIONAL: Diese Atemschutzmaske ist in Niedersachsen als Spuckschutz im Einsatz. Quelle: Florian Petrow
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Hannover

Bei zu aggressivem Speichelfluss des Festgenommenen dürfen Polizisten ihm eine sogenannte Spuckschutzmaske über das Gesicht stülpen. Optisch erinnert die Vorrichtung an eine Staubschutzmaske, die es für einen kleinen zweistelligen Centbetrag im Baumarkt gibt. Stolze 5 Euro pro Stück kostet allerdings das in Niedersachsen seit 2015 verwendete Modell, informiert das Innenministerium. 740 Stück davon wurden im vergangenen Jahr landesweit verbraucht.

Im Einsatz ist das Modell FFP-3 ProtMask M-Serie mit Filterfunktion - die „höchste Schutzklasse von zertifizierten, partikelfiltrierenden Atemschutzmasken“, erläutert Sören Zimbal, Sprecher der Polizeidirektion Hannover. Die Masken aus der Notfall- und Katastrophenmedizin seien auf nahezu allen Dienststellen vorhanden und nutzbar. Vor allem bei räumlich sehr engen Situationen wie etwa beim Transport im Streifenwagen sei der Schutz vor Spuckattacken und der möglichen Übertragung von Infektionskrankheiten zwingend notwendig. „Der Einsatz der Masken wird von den eingesetzten Polizeibeamten positiv bewertet“, betont Zimbal: „Bei sehr renitenten Personen ist es jedoch schon zum Verrutschen der Masken gekommen.“

Ein Selbst-Test in der NP-Redaktion ergab allerdings, dass man schon recht viel Fingerfertigkeit braucht, um möglichst schnell die Maske anzulegen und die roten Bänder hinter die Ohren zu klemmen - zumal sehr fraglich scheint, wie reißfest diese Bänder in einer konkreten Situation mit heftiger Gegenwehr dann tatsächlich wären.

Die Polizei in Bremen geht daher noch einen Schritt weiter. Hier werden seit 2014 komplette Spuckschutzhauben eingesetzt: dünne atmungsaktive „Baumwolltüten“ mit großem Sichtfenster, die den spuckenden Angreifern komplett über den Kopf gestülpt werden. Die Methode hat sich offenbar in Bremen herumgesprochen: „Es wird weniger gespuckt, weil auch bekannt ist, dass die Polizei ein solches Einsatzmittel hat und es einsetzen darf“, sagte jetzt Jochen Kopelke, Vorsitzender der Bremer Gewerkschaft der Polizei anlässlich der Vorstellung eines Erfahrungsberichts.

Wichtig zu wissen außerdem: „Anspucken kann nach Strafgesetzbuch auch eine Körperverletzung sein.“

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