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Meine Stadt So närrisch feiert Hannover Karneval
Hannover Meine Stadt So närrisch feiert Hannover Karneval
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11:52 15.02.2010
Im Einsatz: Polizist Alexander und die NP-Schwester Hanne. Quelle: Wilde
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Sie tragen Thermo-Jacken über den Gardeuniformen, Turnhosen unter den Mariechen-Röcken und Plastikschoner auf den Narrenkappen. Sie klimpern mit den falschen Wimpern gegen die Schneeflocken an und treffen mit den Kamelle trotzdem die Pfützen. Rund 2500 Mitglieder aus Hannovers Karneval-Gemeinde haben eine Mission: jeck sein – trotz Februar, Kälte und Schnee. Um die Fieberkurven der Begeisterung zu messen, hat die NP-Redak­tion eine Krankenschwester mitgeschickt.

Die testet den Patienten Karneval auf Scherz und Frieren. Wie ist die Stimmung? Und die Kostüme? Und ist das Bützchen polizeilich erlaubt?

Im Schwesternkittel mit Rotkreuzhäubchen gehts auf den KTW (Karnevalstransportwagen) der Lindener Narren. Richtung Markthalle naht die erste Kurve – Fieberkurve? Fehldiagnose: Jubel und Applaus könnten euphorischer sein. Miss NP Helene Raaz alias Robin Hood gibt sich Mühe: Sie klatscht, lacht und wirft Popcorn ins Publikum. Immerhin: Die am Straßenrand klatschen, lachen und fangen.

Clown Leonie (4) ist zum ersten Mal dabei – mit großen, staunenden Augen und Popcorn in der Hand. Mama Christiane Opitz ist extra mit ihr aus Wunstorf gekommen und hat sich in ein Fantasie-Kostüm geschwungen: „Ohne Verkleidung ist das nix!“ Allerdings sehen das nur wenige Hannoveraner so, die an der Strecke stehen.

Gefühlt sind es auch deutlich weniger Faschingfans, die an der Strecke stehen, als in den vergangenen Jahren. An Osterstraße und Oper winken nur versprengt Frohnaturen vom Rand – 2009 waren es noch 100.000 Schunkelfreudige. Die Schätzungen des Veranstalters belegen den Schrumpfkurs: Danach trauten sich 50.000 bei Nässe und Kälte nach draußen. Die Polizei geht sogar nur von 25.000 Besuchern aus.

Karneval, ein Pflegefall? Nein, der hält sich wacker, trotz minütlich steigender Leberwerte, das sei krankenschwesterlich versichert. Bestätigt vom OP-Team um Rolf Grobe alias Chefarzt Doktor Tom Aphyrin, wie auf seinem (echten) Kittel zu lesen ist. Von der Oma bis zur Enkelin ist die Familie jeck – und verkleidet.

„Tolle Stimmung“, bescheinigt auch Bettina Knuth. Mit Familie steht sie ganz vorne in der engen Kurve bei Galeria Kaufhof. Hier ist es voll. Hier lassen die Karnevalszüge sich mit einem dreifachen „Helau“ begrüßen. Hier stampft der Bass, hier wird „Cowboy und Indianer“ getanzt. Tochter Emma (7) rettet mit vielen anderen Kids die Karnevalisten-Ehre aller Unverkleideten: Unter ihrem Mantel blitzt grün der Stoff der Blätterfee. Bienen und Eisbären winken an der Strecke mit Kamelle in jeder Hand und strahlen trotz rot gefrorener Nasen. Kinder sind wahre Karnevalisten, denn: „Karnevalisten lachen, auch wenn es schneit“, so Lindener-Narren-Präsident Martin Argendorf.

Kölnisch gebützt, also karnevalistisch auf die Wange geküsst, wird übrigens auch. Auf den Wagen, an der Strecke und mit polizeilicher Erlaubnis. Polizist Alexander arbeitet gern an Karneval. Seelenruhig lässt er deshalb auch den dienstlichen Bützchen-Test über sich ergehen.

Patient Karneval lebt also – noch ist er nicht erfroren.

(Hanne Riepenhoff)

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