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Meine Stadt So lässt es Hannover Silvester knallen
Hannover Meine Stadt So lässt es Hannover Silvester knallen
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00:16 02.01.2016
LÄSST ES KRACHEN: Guido Rohr darf auf dem firmeneigenen Sprengplatz schon zünden. Quelle: Rainer Droese
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Hannover

Seit Dienstag gibt es wieder Feuerwerk: Was sind die neuen Trends, worauf muss man achten, und warum sind Polenböller so gefährlich? Auf der Suche nach Antworten hat die NP Guido Wolff-Rohr (34), den Chef von Rohr Feuerwerke, auf seinem Sprengplatz in der Wedemark besucht.

Auch in diesem Jahr wird das Familienunternehmen hunderttausende Zuschauer am Brandenburger Tor zum Staunen bringen. „Wir machen wieder das große Feuerwerk rund um die Quadriga“, so Rohr. Und das bereits zum fünften Mal. „Doch nie zuvor waren die Sicherheitsvorkehrungen so hoch wie in diesem Jahr. Aus Angst vor Terroranschlägen“, verrät der 34-Jährige. Viele Stunden Arbeit hat er mit seinen Mitarbeitern investiert, um das bombastische Pyro-Spektakel in Berlin so schön wie möglich zu gestalten. In der Silvesternacht muss er dann nur noch den Knopf drücken - „und die ganze Show beginnt“.

Auch auf Rohrs Firmengelände ist seit gestern Böllerverkauf. „Mit individueller Beratung, damit jeder am Ende das richtige Feuerwerk hat“, sagt der Geschäftsführer. Auch in diesem Jahr wird der Ansturm enorm sein - in den vergangenen Jahren gaben die Deutschen jeweils mehr als 100 Millionen Euro für Feuerwerksartikel aus. Was sind die Brenner in diesem Jahr?

„Der Trend geht ganz klar zu Batterie- und Verbundfeuerwerken“, sagt Rohr. Letztere verbinden mehrere Batteriefeuerwerke, die nur einmal angezündet werden müssen: „Die Leute wollen für möglichst wenig Aufwand den bestmöglichen Effekt.“ Ab 110 Euro gibt es etwa die Batterie „Pyro Tec Pro 1“, die mehr als zwei Minuten andauert - und neben Knalleffekten auch viele Farben in den Silvesterhimmel zaubert. Beim Discounter gibt es Verbundböller mit mehr als 100 Schuss schon ab 20 Euro.

„Auch Wunschraketen sind dieses Jahr schwer angesagt“, so Rohr. Die gibt es schon für 3,49 Euro. Dabei handelt es sich um eine Einzelrakete, die seitlich einen Schlitz hat, in den man einen Zettel reinstecken kann, auf den man zuvor seinen Wunsch für das neue Jahr geschrieben hat.

„Neu ist auch die Böse-Serie“, sagt Rohr. Vom bösen Lehrer bis zur bösen Schwiegermutter ist alles dabei. Rohr: „Das sind ganz normale Vulkan-Feuerwerke, aus denen wie bei einer Fontäne Funken hochsprühen. Das Lustige dabei sind die Namen.“ Kosten: ab 2,49 Euro.

Geschäftsführer Rohr rät, auf Qualität zu achten: „Es muss nicht viel sein, aber das, was man kauft, sollte gute Ware sein.“ Bereits für 50 Euro könne man ein schönes Feuerwerk machen, „für 150 Euro ist es dann richtig knackig“. Auch Knallkörper aus dem Discounter seien nicht schlecht - aber, so der Experte: „Da hat man dann meist einen bunten Mix und nicht das, was zu den individuellen Wünschen passt.“

Doch wie jedes Jahr boomt zu Silvester auch das Geschäft mit illegaler Ware, meist aus dem Osten oder den Niederlanden eingeschmuggelt. „Oft sehen die sogenannten Polenböller völlig harmlos aus, erinnern fast an ein Kinderfeuerwerk“, sagt Rohr. Doch der Experte weiß: „Diese Sachen sind alles andere als harmlos. Sie haben eine enorme Sprengkraft, die ganze Körperteile wegreißen oder das Trommelfell zerstören kann.“ Thorsten Schiewe von der Polizeidirektion warnt: „Finger weg von Polenböllern. Die sind nicht nur lebensgefährlich, sondern wer sie benutzt, der begeht auch eine schwere Straftat.“

Auch die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) rät zur Vorsicht. „Die meisten schweren Verletzungen an Silvester passieren in Verbindung mit Alkohol“, so Professor Andreas Eisenschenk von der DGOU. Die Mehrheit der Verletzten seien junge Männer im Alter bis zu 25 Jahren.

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