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Meine Stadt So heizen Nebenkosten den Mietern ein
Hannover Meine Stadt So heizen Nebenkosten den Mietern ein
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00:15 17.01.2013
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Hannover

Herr Fries, wie lautet Ihre erste Erkenntnis zu den Miet-Nebenkosten für 2011?

Viele Abrechnungen für 2011 haben erst im Dezember 2012 den Mieter erreicht, daher können wir noch keine abschließende Aussage treffen. Nach den derzeit vorliegenden Abrechnungen sind die Betriebs- und Heizkosten aber weiter gestiegen. Die Nebenkosten für 2011 durften bis zum 31. Dezember 2012 abgerechnet werden.

Und wenn die ausbleibt ...

Bei einer verspäteten Abrechnung sind Nachzahlungen nicht zu leisten. Liegt keine Abrechnung vor, kann man bei Weigerung des Vermieters zur Abrechnung die Vorauszahlungen einbehalten oder bei beendeten Mietverhältnissen die Vorauszahlungen zurückfordern. Diese Möglichkeiten sollte man allerdings nicht ohne Rechtsberatung vornehmen.

Auch das Jahr 2012 ist gelaufen - wie haben sich die Energiekosten entwickelt?

Erste uns vorliegende Abrechnungen lassen erkennen, dass durch den späten Winteranfang 2012 und das frühe Winterende 2012 mit zum Teil erheblichen Steigerungen bei den Heizkosten zu rechnen ist.

Womit müssen die Menschen in der aktuellen Heizperiode rechnen?

Dies ist insbesondere abhängig von der Energiepreisentwicklung. Die Prognosen stehen auf eine leichte Beruhigung des Preisanstieges. Wollen wir es für uns alle hoffen.

Was erwartet die Mieter im Raum Hannover in diesem Jahr, für bestehende als auch neue Mietverhältnisse?

Seit etwa Mitte 2012 hat die Zahl der Mieterhöhungen bei laufenden Mietverhältnissen stetig zugenommen. Diese Erhöhungen liegen aber zum größten Teil im Rahmen des Mietspiegels. Wir raten aber jedem, seine Mieterhöhung prüfen zu lassen. Bei Neuvermietungen sieht es jedoch anders aus. Hier sind Erhöhungen von bis zu 30 Prozent keine Ausnahme. Dies bereitet uns große Sorgen, denn die Neuvertragsmieten von heute sind die Bestandsmieten von morgen und finden spätestens im April 2015 auch ihren Niederschlag im Mietspiegel.

Hat der Mietspiegel - ihn gibt es seit 2011 - für Hannover etwas am Mieten-Nievau verändert?

Nein. Der Mietspiegel wird jetzt im April nach zwei Jahren fortgeschrieben. Wir erwarten im Mietspiegel eine Erhöhung von fünf Prozent. Dies liegt im normalen Rahmen. Wir hören von unseren Mitgliedern, dass die Einführung des Mietspiegels zu Transparenz geführt hat. Auch die gerichtlichen Streitfälle sollen abgenommen haben.

Wie hoch ist inzwischen das Verhältnis von Kaltmiete zur sogenannten „Zweitmiete“, also der Summe aller Neben- und Betriebskosten?

Die durchschnittlichen Nebenkosten liegen bei etwa 2,50 Euro je Quadratmeter im Monat, etwa die Hälfte entfallen auf die Heizkosten. Wenn alle möglichen Arten von Nebenkosten anfallen, beträgt die Höhe etwa drei Euro je Quadratmeter. Bei einer angenommen Durchschnitts-Nettokaltmiete von etwa 6,10 Euro je Quadratmeter kann man also sagen, dass der Nebenkostenanteil in Hannover zwischen etwa 40 und 50 Prozent der Gesamtmiete beträgt.

Welchen Anteil ihres Einkommens müssen die Menschen heute für Wohnen aufbringen?

Mieter müssen schon durchschnittlich ein Drittel ihrer Konsumausgaben für die Wohnung und für Betriebskosten ausgeben, einkommensschwächere Haushalte sogar mehr als 45 Prozent. Über Jahrzehnte hinweg ist man immer davon ausgegangen, dass die richtige Mietbelastung bei etwa einem Wochenlohn liegt. Man merkt, hier ist dringender Handlungsbedarf. Wir als Mieterbund begrüßen also die gerade gestartete Initiative der Herren Steinbrück und Weil zur Begrenzung des Mietenanstiegs bei Neuvermietung.

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