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Meine Stadt So gut waren SXTN in Hannover
Hannover Meine Stadt So gut waren SXTN in Hannover
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14:24 05.10.2017
Laut: Juju (links) und Nura von SXTN werden im Capitol bejubelt. Quelle: Foto: Wallmüller
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Den Beischlaf mit deiner Mutter anzukündigen, ist die vulgärste aller Provokationen. Und von Frauen ausgesprochen? Drehte 2015 die deutsche Rapszene auf links. Dutzende Reaktionen von anderen Rappern auf das Duo von SXTN zeigten, was deutschen Hip Hop immer noch dominert: männlicher Fokus und die Frau als Objekt.

Gestern hatten die Damen ihren Tourauftakt mit ihrem Album „Leben am Limit“ vor 1600 Fans im ausverkauften Capitol – überwiegend weibliche. Alles Frauen, die sich bewusst wenig um das Damenhafte scheren, dafür umso mehr um Exzesse. Passend dazu werden SXTN begeistert beschrien, als sie mit „Die F***** sind wieder da“ auf die Bühne stürmen. Das Geschrei der Fans ist ohrenbetäubend.

Dabei unterscheiden sich die Texte oft nicht so sehr von denen der männlichen Kollegen. Der dritte Song „Ich kriege einen Ständer“ ist ein Sinnbild für den Wunsch nach Reichtum und Überlegenheit. Aber bei Frauen mit Phallus ist das politisch, postfeministisch, wenn Geschlechtergrenzen aufweichen. Der Exzess spiegelt sich auch in den Partysongs „Bongzimmer“ und „Ausziehen“ wieder. Noch so ein Lied, wo SXTN die männliche Perspektive für sich vereinnahmen. Und so schreit das ganze Publikum voller Wut auf billige Anmache: „Ausziehen! Ausziehen! Denn diese Welt ist oberflächlich.“ Auch der Song „Er will Sex“ richtet sich gegen übergriffige Männer. Mit einer Textgewalt, die sich in ihrer Show spiegelt, sind SXTN eine Kraft, mit der man rechnen muss. Gerade weil die Protagonistinnen so ausflippen: „Ich habe keinen Halt, doch ich habe eine Haltung.“ Schön gesagt. Zum Schluss feiern und schreien dann alle noch einmal zu dem erwähnten Muttersong. Was für ein Fest.

Von jan heemann

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