Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt So gut kann man in Hannover Burger essen
Hannover Meine Stadt So gut kann man in Hannover Burger essen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 04.10.2016
Anzeige
Hannover

Lange unbeachtet, hat sich der Fast-Food-Klassiker inzwischen zu einem Erfolgsessen gemausert. Denn seit ein paar Jahren macht sich in der Gastronomie unübersehbar ein Trend zur Burgerlichkeit breit: Burger-Restaurants boomen.
Allein die Kette „Hans im Glück“ hat in den vergangenen Jahren mehr als 30 Restaurants zwischen Flensburg und Rosenheim eröffnet – und ihren Wachstumshunger damit noch lange nicht gestillt. Und auch in Hannover feiern Restaurants wie Henry’s, Rox Diner, The Harp, Curry Culum, Duke Burger, Jerrys und sogar der vegane Burger-Laden Burgernah Erfolge mit dem „Burger 2.0“.

Die Burger-Mode hat in Hannover im Nachhinein betrachtet mit der Premium-Kette Jim Block richtig Fahrt aufgenommen, als sie 2012 erstmals Hamburg verließ und am Kröpcke eine Filiale eröffnete. Seither sind eine Reihe weiterer Burger-Läden in der Stadt hinzugekommen. Verändert haben sich ganz offensichtlich die Ansprüche der Kunden, die die Speisekarte der großen Anbieter offenbar satt haben: McDonald’s etwa hat seit Jahren mit Umsatzeinbußen zu kämpfen. Schnell und hochwertig – das ist beim Burger wohl kein Widerspruch mehr. In Hannover, aber auch in anderen Großstädten, wo es die neue Liebe zum Burger ebenfalls gibt.

Trend-Food-Forscher sehen sogar eine echte gastronomische Revolution voraus: Burger aus Vollwertbrötchen, mit Avocado und Bio-Spiegelei oder japanischem Sobanudel-Salat garniert. Motto: Schnelle Zubereitung trifft auf Bio-Qualität, Raffinesse, Nachhaltigkeit. Und: Das schnelle Essen wird kulinarisch durch arabische, hispanische und asiatische Einflüsse bereichert. In den Speisekarten hannoverscher Burger-Restaurants liest sich das dann so: „JB Blue Cheese“, „Californian Burger“, „Champignon de Paris“ oder „Bruschetta-Burger“.

Doch woher kommt die neue Lust? Für den Ernährungsexperten Gunther Hirschfelder ist der Hype nicht überraschend, denn Essen unterliege seit den 1990ern wie die Mode „Ins“ und „Outs“. „Essen ist seit den 1990ern ein Ausdruck von Lebensstilen. Wie beim Sport oder der Mode werden über Essen Wertvorstellungen vermittelt“, sagt Hirschfelder, der als vergleichender Kulturwissenschaftler an der Uni Regensburg unter anderem zur Essenskultur forscht.

Es passe außerdem zu unserer hemdsärmeligen und ungezwungenen Freizeitgesellschaft, dass man die (unausgesprochene) Erlaubnis habe, den Burger auch mit der Hand zu essen: „Das wirkt auf viele Leute attraktiv.“ Weiterer Pluspunkt von Burger-Premium-Läden: die reduzierte Speisenauswahl. „Die meisten Speisekarten in Restaurants sind unübersichtlich, weil überladen. Das wirkt unattraktiv und nervt viele Gäste“, hat Hirschfelder erkannt.

Bei der Ursachenforschung für die neue Burger-Mode hat der Kulturwissenschaftler sogar (welt-)politische Gründe ausgemacht: Infolge der Debatten etwa um den Islam in Europa habe auch beim Essen ein Wertewandel stattgefunden: „Das Fremde wird vom Exotischen zum Bedrohlichen. Wir haben eine Re-Nationalisierung bis hin zum Neo-Nationalismus“, sagt Gunther Hischfelder. Dies spiegele sich etwa bei der Einrichtung der Burger-Kette „Hans im Glück“ wider, die zum Beispiel mit Stilelementen aus dem deutschen Wald spiele. Und den Burger würden viele Kunden als das Symbol für amerikanisches Essen ansehen: „Diese transatlantische Achse ist bei den Menschen nun mal durchweg positiv besetzt.“

In der Bildergalerie gibt es unsere Bewertungen:

Zur Galerie
Es ist spürbar, dass man sich hier redlich Mühe gibt. Im Curry Culum legt man viel Wert auf Bio-Produkte und auf außergewöhnliche Angebote. Die Palette reicht von regionalem Rindfleisch bis hin zu Känguru- und Krokodilburger.Ambiente: Zeitgemäß, aber am Ende dann recht unauffällig – das ist der Eindruck, den das Curry Culum hinterlässt. Aufgestützt auf solide Holztische kann der hungrige Gast aber alles Wesentliche beobachten – vom vorderen Bereich aus hat man freie Sicht auf den Grill und die komplette Küche. Ein gutes Gefühl, zumal hier ganz offensichtlich sauber und strukturiert gearbeitet wird.Fleisch: Um die Vergleichbarkeit zu wahren, haben wir uns gegen die Exotengerichte mit Känguru- oder Krokodilfleisch entschieden. Wir bestellen einen Sou Louis mit Bacon und Honig-Barbecuesoße und einen Forrest Gump mit selbstgemachter Erdnussbutter und Bacon. Das Rindfleisch kommt in beiden Fällen aus der Region, es ist solide, aber nicht gerade würzig.Brötchen: Leicht angeröstet und gar nicht bröselig liegt es – wenn man denn will und nicht zu Gabel und Messer greift – gut in der Hand.Saucen: Sowohl die Honig-Barbecuesoße des Sou Louis als auch die selbstgemachte Erdnussbutter des Forrest Gump sind zu zurückhaltend im Geschmack. Das trifft auch auf die Himbeer-Chili-Mayo und die Honig-Senf-Mayo zu, die wir zu den belgischen Fritten bestellen. Die sind dafür umso besser!Preise: Das Curry-Culum-Angebot reicht von 5,50 Euro für den Crispy-
Chickenburger bis 19,50 Euro für den XXL-Irish-Black-Angusburger. Dazu gibt es dienstags bis donnerstags einen Mittagstisch (7,90 bis 11,50 Euro). Bei der Karte ist also für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel was dabei.Curry Culum, Rückerstraße 17,
30169 Hannover, Telefon 0511 /
47 39 93 61. Öffnungszeiten: dienstags bis donnerstags: 11.30 Uhr bis 14.30 Uhr und 16.30 bis 22 Uhr. Freitags bis sonntags: 15.30 bis 22 Uhr.
Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Jetzt kommt Leben in den modern gestalteten Betonblock in der Nordstadt: Der Neubau Ecke Kopernikusstraße/Weidendamm namens „Hafven“ ist offiziell aufnahmebereit und soweit eingerichtet, dass er den derzeit etwa 300 Mitgliedern von „Edelstall“ und „Die Werke“ den gewünschten Arbeitsraum bietet.

30.09.2016

Die Akkus der Mobiltelefone waren oft schon nach einem halben Tag leer. So heiß glühten in den letzten Tagen die Drähte zwischen den Protagonisten. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag noch einmal intensive Verhandlungen von Angesicht zu Angesicht. Das Ergebnis: Eine feste Koalition wird es im hannoverschen Rat nicht geben. Aber eine Partnerschaft zwischen SPD, Grünen und der FDP.

30.09.2016

Kurz vor seinem Prozess am Oberlandesgericht Celle hat sich ein IS-Sympathisant ins Ausland abgesetzt, ist inzwischen aber in Griechenland festgenommen worden. Das Landeskriminalamt bestätigte am Freitag die Festnahme des Deutsch-Syrers Mohamad Hasan K. 

30.09.2016
Anzeige