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Meine Stadt Sind Hannovers Kitas zu teuer?
Hannover Meine Stadt Sind Hannovers Kitas zu teuer?
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00:16 04.05.2017
   Quelle: dpa
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Hannover

Der Besuch einer städtischen Kita in Hannover ist für die meisten Eltern eine kostspielige Angelegenheit – und dies auch schon ohne die jüngst beschlossenen Erhöhung zu Beginn des neuen Kita-Jahres, die vor allem Gutverdienende trifft.

Nach einer Studie des Internet-Vergleichsportals „Netzsieger.de“ erhebt Hannover unter den 20 größten Städten Deutschlands mit die höchsten Gebühren, vor allem Gutverdienende müssen tief in die Tasche greifen. 244 Euro (Platz 19) sind es bei einem Kind und einer neunstündigen Betreuungszeit sowie einem Haushaltseinkommen von mehr als 4000 Euro. 366 Euro müssen Eltern dieser Gehaltsstufe bei gleicher Betreuungszeit bei zwei Kindern zahlen. Damit ist Hannover am teuersten unter den 20 verglichenen Großstädten, hat das Portal ermittelt.

Bei geringerem Haushaltseinkommen sieht es allerdings auch nicht viel besser aus. Hier gehört Hannover mit 76 Euro (ein Kind, sieben Stunden, weniger als 2000 Euro im Monat) und 122 Euro (gleiche Parameter, aber neun Stunden Betreuungszeit) ebenfalls mit zu den teuersten Kommunen. Auch mit zwei Kindern bleibt Hannover im Vergleich teuer.

Generell lässt sich der Studie entnehmen, dass ein Großteil der Kitaplätze zwischen 20 und 40 Euro pro Monat für ein Kind kostet – vorausgesetzt, das Haushaltseinkommen liegt unter 2000 Euro monatlich. Je höher jedoch das Einkommen, desto höher auch die Kitagebühren. Kostenlose Kita-Plätze gibt es nur in Düsseldorf und Münster, wobei dort die Besserverdienenden ebenfalls zahlen.

Die Stadtverwaltung hat Zweifel an den Vergleichskriterien der Studie: Unterschiede gebe es etwa bei der Einkommensermittlung. Grundlage kann hier das Bruttoeinkommen sein oder wie in Hannover das Nettoeinkommen nach Berücksichtigung unterschiedlicher Belastungen. „Somit ergeben sich hier schon unterschiedliche Eingruppierungen“, sagt Stadtsprecherin Susanne Stroppe. Außerdem hätten Eltern in Hannover immer die Möglichkeit, die Zumutbarkeit des festgesetzten Entgelts überprüfen zu lassen. Die in dem Vergleich genannten Beträge müssten also nicht zwangsläufig erhoben werden.

Die Studie

Was kostet Eltern der Platz in einer städtischen Kita? Das Internet-Vergleichsportal „Netzsieger.de“ hat die monatlichen Kitagebühren für Kinder ab drei Jahren in den 20 größten Städten Deutschlands verglichen und aufgeteilt nach Einkommen, Betreuungszeit und Anzahl der betreuten Kinder. Ergebnis: Düsseldorf und demnächst Berlin sind als einzige Großstädte beitragsfrei, in Münster zahlen nur Besserverdienende.

Vergleichsweise günstig über Gehaltsstufen und Betreuungszeit hinweg sind noch die Städte Köln, Essen, Bielefeld, Duisburg und Wuppertal. Neben Hannover fallen auch die Städte Stuttgart, Leipzig, Dresden und Nürnberg im Quervergleich dagegen durch hohe Kita-Gebühren auf. Hamburg, das gemeinhin als teuer gilt, bietet durchweg günstigere Kitagebühren als etwa Hannover an.

In Nürnberg müssen Eltern mit 2000 Euro im Monat sogar 220 Euro für zwei Kinder zahlen – ne­gativer Spitzenwert.

Von Andreas Voigt

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