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Meine Stadt Silly in Hannover - nur zaghafter Applaus
Hannover Meine Stadt Silly in Hannover - nur zaghafter Applaus
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17:10 15.05.2013
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Hannover

 „Das ist ja Schlager!“ mault der Ex-Ostberliner Bernd. Und Silly-Fan Ingeborg bringt ihre Enttäuschung über die lyrische Qualität vieler aktueller Songs auf dem Punkt: „Als würden Wir sind Helden plötzlich auf Silbermond-Texte verfallen.“ Wie zum Beweis singt Anna Loos da gerade die Zeile „Deine Schwächen sind auch Stärken ...“ – das kann missverstanden werden als Absolution für alle Arschlöcher d’amour.

Es war so schön. Anna Loos, die acht Jahre alt war, als Silly in der DDR anfingen, hatte den für unmöglich geglaubten Brian-Johnson-AC/DC-Sprung in die Herzen der Silly-Fans geschafft, wurde anerkannt als legitime Nachfolgerin der kultisch verehrten, 1996 gestorbenen Sängerin Tamara Danz. Das erste gemeinsame Album war überzeugend, die Konzerte (bis zum Tourabbruch wegen Grippe) zeigten eine vitale Band. Und jetzt das zweite, „Kopf an Kopf“, das eben nicht Kopf an Kopf ziehen kann mit dem Vorgänger „Alles rot“. Silly sind ihre Ostrock-Gene losgeworden, und es fehlt nun leider auch das Testosteron im Sound. Was uns hier zu Ohren kommt, ist songweise nicht weit entfernt vom molligweichen Tristesseschluff der späten Rosenstolz’. So bleiben das Rockigste an Sillys Auftritt erstmal Loos’ Bewegungsfreude, wenn sie ihre schönen blonden Fransen fliegen lässt, und ihre Udo-Lindenberg-Gedächtnis-Hose mit güldenem Seitenstreifen.

Als Rockigster des Abends indes wird lange der Ire Ryan Sheridan gehandelt, der als Anheizer mit der Akustikgitarre über die Bühne wirbelte – zu Artur Graczyks fiebriger Percussion. Wären Silly schlau, würden sie die stark am „Kopf-an-Kopf“-Album orientierte Setlist schleunigst umschreiben. Natürlich hat die Show ihre Momente, natürlich schimmern die alten Silly auf, wenn beim neuen „Vaterland“ zu orientalischen Harmonien von Uwe Hassbeckers von deutschem Fleiß und deutschen Waffenverkäufen in alle Welt gesungen wird. Oder bei „Blutsgeschwister“ eine Ost-Freundschaft ausgebreitet wird, die im wiedervereinigten Land zerbrach. Ein spitzes Piano klirrt hier winterlich, der Song stakst einher wie eine kaputte Marionette. Das ist anders, bringt Spannung wie auch die alten Danz-Sachen: „Bye-bye, my Love“ und „Wo bist du?“. Zu Beginn der Zugaben jammt die Band dann zum ersten Mal frank und frei, und Hassbecker darf mit seiner Gitarre jetzt auch nach Herzenslust Gniedel-gniedel-gniedel machen. Dafür gibts Gejohle, Pfiffe, ein spätes, aufrichtig applaudiertes Willkommen der 1600 im ausverkauften Capitol.

Wohin des Wegs, Silly? Willst du ansetzen zum ganz großen Sprung und irgendwann in geschätzten fünf Jahren einem Großhallenpublikum Lieder der „Ich & Ich“-Klasse scharwenzeln, laue Lieder der rosenstolzigen Silbermonderei? Oder dir und deinen Getreuen treu bleiben und auf deine Stärken setzen? Pst! Don’t be silly! Stay Silly! big

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