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Meine Stadt Sicherheit im Stadion: Die Masse machts?
Hannover Meine Stadt Sicherheit im Stadion: Die Masse machts?
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00:16 21.04.2016
Von Fabian Mast
In Dresden wurden nach dem Aufstieg Pyros gezündet, es gab zahlreiche Festnahmen. Quelle: dpa
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Hannover

Das Erdogan-Gedicht war nicht der erste Treffer des Satirikers Jan Böhmermann. Wenige Wochen zuvor stellte er dem wachsenden Hass auf Flüchtlinge eine Hymne auf den deutschen Gutmenschen entgegen: „Achtung, germans on the rise. But this time we are fucking nice!“ Frei übersetzt: „Achtung, die Deutschen kommen - aber diesmal sind wir verdammt nett!“

Wie bei jeder guten Satire ist das ein (überzogener) Blick auf die Wirklichkeit. Wenn also Innenminister Pistorius im Kampf gegen Gewalttäter in und um unsere Stadien auf die „große Mehrheit gewöhnlicher Stadionbesucher mit Schal und Trikot“ setzt, ist das auch ein typischer wie vergeblicher Versuch deutscher Politik auf Überzeugung durch Nettigkeit.

Die Ächtung von Gewalt ist in der Gesellschaft doch längst selbstverständlich, nur: das hält einen Hooligan nicht davon ab - möglicherweise spornt es ihn sogar an, weil er wie viele Subkulturen eben auch ein Bürgerschreck sein will. Schon bei vermeintlich weniger schweren Delikten wie Pyrotechnik tut sich eine tiefe Kluft im Stadion auf zwischen Kurve und Tribüne, 96-Anhänger kennen das Problem. Die Mehrheit erfährt für ihre gemäßigte Einstellung eben auch schnell Verachtung.

Die Sicherheit in den Stadien ist keine Aufgabe der Masse. Sondern des Gesetzgebers, der Polizei und Vereine. Die leicht schläfrige Atmosphäre eines Baseball-Stadions kann aber nicht ernsthaft das Ziel von Pistorius sein. Das Kunststück muss gelingen, auch Hardcore-Fans Freiraum zu schaffen: so groß wie möglich, so klein wie nötig. Wer diese Grenzen dann verletzt, darf gern Bekanntschaft mit einem Menschen aus der Mitte machen. Der sollte dann aber besser eine Polizeiuniform tragen.

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