Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Shisha-Bars: Stadt Hannover spricht Rauchverbote aus
Hannover Meine Stadt Shisha-Bars: Stadt Hannover spricht Rauchverbote aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:34 14.02.2019
Ein junger Mann raucht in einer Shisha-Bar in Hannover. Quelle: Christian Behrens
Hannover

Wie gut ist die Luft in Hannovers Shisha-Bars? Nachdem zwei Frauen in einer Peiner Shisha-Bar wegen zu viel Kohlenmonoxid in der Luft bewusstlos zusammengebrochen sind, wird zunehmend auch über die Sicherheit der Bars diskutiert. Dort treffen sich vor allem junge Menschen und rauchen Wasserpfeife. Zuletzt hat es einen regelrechten Boom gegeben, mehrere Lokalitäten eröffneten in der Innenstadt – 41 Shisha-Bars soll es derzeit in Hannover geben.

Die Stadt hat nicht erst seit dem Vorfall in Peine das Thema auf der Agenda. Sie kontrollierte zuletzt verstärkt in Shisha-Bars und hat mehrere mündliche Rauchverbote ausgesprochen. Nicht wegen zu viel Kohlenmonoxid in der Luft, sondern wegen Verstößen gegen das Nichtraucherschutzgesetz. Denn das müssten Shisha-Bars als Gaststätten ebenfalls berücksichtigen, erklärt Stadtsprecher Udo Möller. Schriftlich seien noch keine Verbote ausgesprochen worden. Dies könnte aber passieren, sofern die Betreiber ihre Lokalitäten nicht umbauen.

Shisha-Bars brauchen Nichtraucherraum

Demnach brauchen Bars mit einem Schankraum, der größer als 75 Quadratmeter ist, einen Raucher- und Nichtraucherraum. Das Zimmer für die Nichtraucher müsse dabei größer sein. „Dabei ist es unerheblich, ob der Tabak in einer Zigarette oder in einer Shisha verraucht wird“, betont Uwe Hildebrandt, Sprecher des niedersächsischen Gesundheitsministeriums. Der Raucherbereich dürfe zudem nicht direkt vor den Toiletten und am Eingang sein, so Möller. Denn beides müssten Nichtraucher erreichen können, ohne durch Tabakqualm belästigt zu werden.

Der Betreiber einer Shisha-Bar, dem die Stadt ein mündliches Rauchverbot ausgesprochen hat, kann das nicht nachvollziehen. „In eine Shisha-Bar geht man doch nur, um zu rauchen. Jeder, der dort reingeht, weiß das“, sagt der Mann. Er habe viel in seine Bar investiert und müsse nun womöglich teuer umbauen. Das bedrohe Existenzen. „In den Nichtraucherbereichen dürfen nur die sogenannte Shiazo-Steine geraucht werden“, erklärt Möller. Sie enthielten keinen Tabak und geben nur Nebel ab. Doch Kontrollen haben gezeigt, dass einige Shisha-Bars auch dagegen verstoßen.

Grenzwerte nicht überschritten

Eine gesetzliche Obergrenze für die Kohlenmonoxid-Konzentration zum Schutz der Gäste gibt es bislang indes nicht. Nur für die Mitarbeiter seien Grenzwerte einzuhalten, die bei Kontrollen aber noch nicht überschritten worden seien, betont Möller. Der niedersächsische Landtag diskutiert derzeit, ob es strengere Auflagen für die Betreiber geben sollte. In Hamburg hat der Senat am Dienstag einen Gesetzentwurf zum Gesundheitsschutz in Shisha-Bars beschlossen.

Mustafa Alin, Betreiber der Shisha-Bar „Q-Zen“ in Linden, sieht keine großen Gefahren. „Wir mussten eine Belüftungsanlage einbauen und einen Melder für Kohlenmonoxid anbringen“, sagt der 41-Jährige, der aus der RTL-Sendung „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“ bekannt ist. Seine Bar werde regelmäßig kontrolliert. Alin hält seine Besucher für verantwortungsvoll genug. „Jeder, der in eine Shisha-Bar geht, der weiß, dass dort geraucht wird. Unsere Gäste sind volljährig und können selbst entscheiden, ob sie sich den Stoffen aussetzen“, erklärt der Schauspieler.

Darum ist Kohlenmonoxid so tückisch

Beim Verbrennen der Kohle auf dem Wasserpfeifen-Kopf entstehen verschiedenste Gase. Das farb- und geruchslose Kohlenmonoxid ist jedoch besonders tückisch. Gäste einer Shisha-Bar bemerken nicht, wenn es sich ausbreitet. So erging es auch den beiden Frauen, die in einer Bar in Peine am vergangenen Wochenende bewusstlos zusammengebrochen sind.

In Hannover sind die Betreiber von Shisha-Bars inzwischen verpflichtet, neben einer Belüftungsanlage auch Warnmelder für die Kohlenmonoxid-Konzentration anzubringen. Denn sonst erhielten sie keine Baugenehmigung, so Stadtsprecher Udo Möller.

Von Sascha Priesemann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!