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 © picture alliance / dpa

Prozess

Sexspiel mit dem Steakmesser?

Waren die Steakmesser Bestandteil eines obskuren Sex-Spiels? Das ging der Schöffenrichterin dann doch zu weit. Sie verurteilte eine Frau (37) aus Seelze wegen gefährlicher Körperverletzung. Sie hatte ihren Ehemann niedergestochen und dann fassungslos die Polizei gerufen.

hannover.  Erst tranken sie, dann liebten sie sich, dann stach sie zu. Regina Gellert (37, Name geändert) wurde gestern vor dem Schöffengericht in Hannover zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt. Sie hatte am 12. März in Seelze auf ihren Ehemann (45) eingestochen. Im Urteil sprach Richterin Tina-Angela Lindner von einer „ungewöhnlichen Konstellation“. Denn der Ehemann verweigerte die Aussage: das Paar lebt nach wie vor zusammen. Nach dem Prozess begleitete er seine Frau aus dem Gerichtssaal. Alles vergeben, vergessen, in guten wie in schlechten Zeiten.

Um 19.17 Uhr rief Regina Gellert fassungslos bei der Polizei an. Sie sagte: „Wir hatten jede Menge Spaß, jetzt liegt mein Hase da.“ Als die Polizei eintraf, lag der 45-Jährige am Boden, drohte bewusstlos zu werden. In der Wohnung befanden sich zwei blutige Steakmesser. Das Opfer sagte: „Ich habe mich beim Brot- und Zwiebelschneiden verletzt.“ Doch das konnte nicht stimmen. Ein Rechtsmediziner stellte Abwehrverletzungen am Unterarm und zwei Stiche in den Oberkörper fest. „Man kann davon ausgehen, dass die Verletzung lebensbedrohlich war“, sagte der Mediziner. Das Opfer musste in der MHH operiert werden. Zur Tiefe der Schnitte konnte er nichts sagen. Der Ehemann hatte seine Ärzte nicht von der Schweigepflicht entbunden.

Zur Tatzeit hatte die Angeklagte etwa 2,3 Promille im Blut. Als sie mit ihrem Mann im Taxi nach Hause fuhr, sagte der ebenfalls betrunkene 45-Jährige: „Zuhause feiern wir noch.“ Der Taxifahrer (42) bemerkte nichts von einem Streit des Paares. „Sie waren betrunken, haben aber ganz normal miteinander gesprochen.“

Deshalb wurde im Prozess auch erörtert, ob die Steakmesser vielleicht Bestandteil eines Sexspiels waren. Dazu ein Polizist: „Ich habe keine Hinweise auf S/M-Sex gefunden.“ Als die Polizei eintraf, war die Angeklagte total aufgewühlt. Einen Polizisten (26) flehte sie an: „Kümmern Sie sich um meinen Hasen.“ Sie habe sich total um ihre Katzen gesorgt, sie sollten nicht aus der Wohnung laufen, so der Beamte. Sie habe ihre Katzen „Babys“ genannt. Die Angeklagte ist nicht vorbestraft, macht jetzt eine Entzugstherapie.

Schöffenrichterin Lindner verwarf im Urteil den Gedanken von Steakmessern als Sexspielzeug. „Es ist abwegig, dass jemand mit Messern gestochen werden will. Zumindest in der Intensität.“ Die Angeklagte hatte die Aussage verweigert. Ihr hochrotes Gesicht und die Tränen während der Verhandlung dokumentierten ihr schlechtes Gewissen allerdings hinreichend.

Von thomas nagel


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