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AUF der ERFOLGSSPUR: Die Brüder Daniel (links) und Andreas Sennheiser leiten seit 2013  das Familienunternehmen.

AUF der ERFOLGSSPUR: Die Brüder Daniel (links) und Andreas Sennheiser leiten seit 2013 das Familienunternehmen.

Weniger Umsatz, mehr Ertrag

Sennheiser mischt Audiomarkt auf

Der Audiospezialist Sennheiser bringt im Sommer den ersten mobilen Kopfhörer für 3D-Videoaufnahmen auf den Markt. Das haben die Firmenchef Daniel und Andreas Sennheiser bei der Präsentation ihrer Geschäftsbilanz angekündigt.

Wedemark. Sie versprechen „the future of audio“, die Zukunft des Hörens oder der Tontechnik – und lösen einen Teil davon schon im Sommer ein. Dann bringt das Familienunternehmen Sennheiser das „Ambeo Smart Headset“ auf den Markt, den ersten mobilen Kopfhöhrer für 3D-Videoaufnahmen. Zum bezahlbaren Preis soll das Smartphone-Zubehör für neue naturgetreue Klangerlebnisse sorgen, versprechen die Brüder Daniel und Alexander Sennheiser. Die Weltneuheit dürfte entscheidenden Einfluss haben auf das Geschäftsergebnis 2017.

In der Wedemark haben die Firmenchefs gerade die Bilanz für 2016 präsentiert. Der Umsatz ist zurückgegangen. Um 3,8 Prozent auf 658,4 Millionen Euro. Der Ertrag vor Steuer aber ist gestiegen. Um 4,6 Millionen auf 34,9 Millionen Euro. Besonders stolz ist Daniel Sennheiser, dass die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung 8,3 Prozent des Umsatzes ausmachen. „Das sichert uns die Zukunft.“

Als „start-up mit 72 Jahren Erfahrung“ begreifen die Brüder ihr Unternehmen. Der Umsatzrückgang sei eher Strategie als Versehen, begründet durch Konzentration aufs Kerngeschäft und Trennung von Drittmarken. Kooperation bleibt ein wichtiges Feld, auch bei Projekten und Events.

Sennheiser mischte mit bei der Verleihung der Grammys, bei der Super Bowl-Halftime-Show, bei der „Deep Purple“-Ausstellung im Londoner Victoria and Albert Museum. Mit dem französischen Luxusgüterhersteller Dior kam eine Sonder-Sennheiser-Eidion auf den Markt. „Wir waren erst skeptisch“, berichtet Daniel Sennheiser. Doch der Run auf die Produkte hatte begonnen, bevor sie überhaupt lieferbar waren.

Die Spitzenprodukte für die sogenannte Business Communication (darunter Konferenzsysteme mit Decken-Mikrofonanlagen) oder Übertragungstechnik, ohne die Künstler wie Robbie Williams nicht auf die Bühne gehen, seien ein Standbein, so Andreas Sennheiser. Doch als ebenso wichtig sehen die Unternehmer den Bereich der Consumer Electronics an, der nicht zu teuren und nicht zu elitären Produkte für Privatverbraucher. Am Umsatz macht der mit 342,1 Millionen Euro einen Anteil von derzeit 52 Prozent aus. Der Kopfhörer-Markt boomt weiterhin. Der Trend bleibt wireless.

Das Unternehmen mit 2725 Mitarbeitern erwirtschaftet das größte Umsatzplus in Asien. Trotz Auslaufen einer Sonderkonjunktur in Japan gibt es dort und in China ein Plus um 20 Prozent, in den USA dagegen einen leichten Rückgang. Umso wichtiger scheint den Sennheiser-Chefs ganz vorn dabei zu sein, wenn der Verbraucher taucht in die virtual reality, wie schon geschehen beim Hype der Pokemon-App. „Technologie und Emotion sind kein Widerspruch“, findet Daniel Sennheiser. Und: Vorbei seien die Zeiten, als der Entwicklungsschwerpunkt noch auf der Hardware gelegen habe.

Von vera König


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