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Meine Stadt Seit 20 Jahren hilft der Krisendienst an Feiertagen
Hannover Meine Stadt Seit 20 Jahren hilft der Krisendienst an Feiertagen
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00:17 31.08.2017
FEIERABEND: Ist die Praxis geschlossen, wird es eng mit der therapeutischen Versorgung. Quelle: picture alliance / Jens Wolf/dpa
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Hannover

Tage, an denen andere feiern und fröhlich sind, können für Menschen mit einer psychischen Erkrankung und deren Angehörige zum Alptraum werden. Gerade, wenn die seelische Not am größten ist, ist professionelle Hilfe jenseits der Krankenhäuser nicht zu bekommen. Doch seit 20 Jahren gibt es den Psychosozialen/Psychiatrischen Krisendienst in der Region – ein Notfalltelefon für die Wochenenden und die Feiertage.

„Ein Dienst in der Region, nicht von der Region“, betonte Sozialdezernent Erwin Jordan am Montag anlässlich des Jubiläums. Auch wenn die Region mit 90 000 Euro pro Jahr die wesentlichen Kosten übernimmt, geht das Projekt auf private Initiative der Seelhorst-Stiftung zurück.

Deren Vorsitzende Rose-Marie Seelhorst weiß als Angehörige sehr genau um die Problematik: „Es sind vor allem Zeiten wie Weihnachten oder Ostern, an denen sich alles zu Hause aufstaut. Da haben auch die Angehörigen große Angst, dass etwas passiert, und das spüren auch die Kranken.“ Statt Ruhe also Beunruhigung.

Suizid sei in Europa die zehnthäufigste Todesart, berichtete Dr. Peter Orzessek vom Sozialpsychiatrischen Dienst Oldenburgs in seinem Festvortrag. In Deutschland sei die Zahl mit etwa 10 000 Fällen pro Jahr zwar leicht rückläufig aber dennoch besorgniserregend 2015 gab es in der Region Hannover 154 Selbstmorde, 1013 in Niedersachsen. Frühes Eingreifen sei wichtig. „Nur fünf Prozent derjenigen, die von einem Selbstmord abgehalten werden, versuchen es später wieder“, sagt der Experte.

Der Krisendienst ist dabei eine wichtige Anlaufstelle. Er ist telefonisch unter der Nummer 0511/30 03 34 70 zu erreichen, Kranke aber auch Angehörige können nach Anmeldung auch in den Büroräumen in der Podbielskistraße 168 vorbeikommen. Die Mitarbeiter kommen aber auch nach Hause. Es sind Sozialarbeiter sowie Fachkrankenschwestern und -pfleger mit Erfahrung in der Psychiatrie.

Sie betreuen jährlich im Schnitt 600 Klienten, wobei es zu 1800 Kontakten kommt, 1600 davon telefonisch. 25-mal machten die Mitarbeiter Hausbesuche. Etwa zwei Drittel der Ratsuchenden sind Frauen.

Was fehle sei eine Abdeckung in der Nacht, kritisiert Seelhorst. Das sieht Erwin Jordan auch so. Er hofft, dass bei der Überarbeitung des Landespsychiatrieplans etwas in Bewegung komme. „Wir brauchen da die anderen Partner wie die kassenärztliche Vereinigung mit im Boot.“

Von Andreas Krasselt

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