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Meine Stadt Sechs Quadratmeter müssen reichen
Hannover Meine Stadt Sechs Quadratmeter müssen reichen
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00:16 18.08.2016
EHEMALIGES HOTEL: Im Maritim am Friedrichswall sind jetzt rund 530 Flüchtlinge untergebracht. Dort werden sie vom DRK betreut. Insgesamt leben 2059 in Notunterkünften, 1660 in Wohnheimen, 234 in Wohnprojekten und 525 in Wohnungen (Stand: 27.4.2016).Foto: Eberstein Quelle: Jan Philipp Eberstein 2016
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Eine entsprechende Drucksache ist vom Sozialausschuss mit rot-grüner Mehrheit beschlossen worden. Änderungsvorschläge der CDU fanden keine Zustimmung.

Bei der Verwaltungsvorschrift geht es vor allem darum, Standards auch für Notunterkünfte festzuschreiben. Trotz rückläufiger Flüchtlingszahlen lebt noch immer fast die Hälfte der Flüchtlinge in Hannover in einer solchen Einrichtung wie dem ehemaligen Oststadtkrankenhaus oder dem ehemaligen Maritim-Hotel.

In Notunterkünften dürfen demnach bis zu 800 Menschen untergebracht werden, wobei sich die tatsächliche Belegungsstärke nach den örtlichen Gegebenheiten richtet. Im Oststadtkrankenhaus, räumlich durchaus für eine längere Unterbringung geeignet, wird die Obergrenze erreicht, im Maritim leben derzeit rund 530 Flüchtlinge. In Turnhallen dürften es deutlich weniger sein. Doch ob derartige Notunterkünfte in der Zukunft überhaupt nötig sind, ist fraglich.

„Das war der Not geschuldet“, meinte die sozialpolitische Sprecherin der SPD, Gudrun Koch, „und hatte das Ziel, schnell eine menschenwürdige Unterbringung zu ermöglichen. Ohne Zelte.“ Koch lobte darüber hinaus die enorme Kraftanstrengung, mit der die Verwaltung die Situation in den Griff bekommen habe.

Die CDU kritisierte insbesondere die Zimmergröße: Bei sechs Quadratmeter pro Person gebe es keinen persönlichen Raum mehr, so Jutta Barth: „Je schlechter man untergebracht ist, desto größer sollte der Raum sein.“ Sechs Quadratmeter seien bundesweiter Standard, konterte Koch. Und in den übrigen Unterbringungsformen gehe die Verwaltung mit zehn Quadratmetern darüber hinaus.

Andere Forderungen wie die frühzeitige Einbindung der Bezirksräte und Information der Bürger, aber auch besondere Schutzmaßnahmen etwa für allein reisende Frauen mit Kindern seien in der Verwaltungsvorlage bereits umgesetzt. Anfangs sei diese Einbindung aber wegen des Zeitdrucks gar nicht möglich gewesen, so Koch.

Andreas Krasselt

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