Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Schüler befragen Lehrer zu Flug zu den Sternen
Hannover Meine Stadt Schüler befragen Lehrer zu Flug zu den Sternen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:30 21.09.2018
Unterricht mal anders: Schüler der Bismarckschule befragen ihren Lehrer Dirk Brockmann-Behnsen in den USA, der bei einem Forschungsflug der Nasa mit dabei war. Er war per Skype live zugeschaltet. Quelle: Foto: Franson
Hannover

Eine außergewöhnliche Schulstunde erlebten Freitagmorgen 40 Jungen und Mädchen der Bismarckschule in der Südstadt. Die Fünftklässler sowie Mitglieder der Astronomie AG waren per Skype live nach Los Angeles geschaltet. Am anderen Ende der Leitung saß ihr Mathe- und Physiklehrer Dirk Brockmann-Behnsen. Der 48-Jährige war zu Beginn der Woche gleich zweimal mit dem Forschungsflugzeug „Sofia“, das gemeinsam von der amerikanischen Nasa und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt betrieben wird, zu den Sternen geflogen (NP berichtete).

Genau 45 Minuten lang konnten die Schüler ihren Lehrer mit Fragen löchern. Bestens gelaunt und in eine blaue Nasa-Jacke gekleidet strahlte Brockmann-Behnsen den Schülern entgegen. Nach einer kurzen Begrüßung – „es ist so schön euch alle zu sehen“ – begann der Fragen-Marathon.

„Haben Sie da oben etwas Neues entdeckt?“, wollte ein Junge wissen. „Ob wir bei den beiden Flügen etwas Neues herausgefunden haben, muss jetzt die Auswertung der Beobachtungen zeigen. Das dauert aber noch“, so Brockmann-Behnsen. „Ist beim Flug etwas Dramatisches passiert?“, wollte ein Mädchen erfahren. „Nein, die Piloten sind total cool.“

Geduldig und sehr präzise antwortete der Pädagoge auf jede einzelne Frage, erzählte Anekdoten und lieferte viele Details: „Der Flug war so ruhig, dass ich manchmal vergessen habe, dass ich wirklich in einem Flugzeug sitze.“ Sehr genau schilderte der Physiklehrer den Kindern, wie es an Bord der „Sofia“ aussieht. „Früher war die Boeing 747 ein normales Passagierflugzeug, heute sieht es an Bord völlig anders aus. Alle Sitze sind raus, stattdessen gibt es viel Messtechnik, Computer, Schreibtische und auch Arbeitsplätze für uns Lehrer. Da gab es viel zu sehen und entdecken. Mir war keine Sekunde langweilig.“

Dann verriet er auch, dass er „sehr, sehr aufgeregt war“, bevor er das erste Mal mit der „Sofia“ abhob: „Ich weiß ja, dass ich das nie wieder erleben werde. Im Flugzeug hat man Anschnallgurte wie ein Kampfpilot und Kopfhörer und ein Headset.“ Und er berichtete auch, dass die zwei wichtigsten Personen an Bord Frauen waren. „Die Flugkapitänin und die verantwortliche Ingenieurin für das Teleskop. Das ist ein wichtiger Appell an alle Mädchen.“

Man habe bei den Flügen „sehr weit ins Weltall sehen können, so etwa fünf Milliarden Lichtjahre weit“. Den Schülern lieferte Brockmann-Behnsen auch gleich einen Vergleich: „Bis zum Mond braucht das Licht nur etwa eine Lichtsekunde, bis zur Sonne schon acht Lichtminuten. Wir haben mit dem Teleskop also wirklich weit schauen können.“

Dann stellte er der Klasse selber eine Frage: „Was glaubt Ihr, wie viel eine Minute Beobachtungszeit an Bord der ,Sofia’ kostet?“ Mit 50 Euro lag ein Junge weit daneben. „Es kostet 2000 Euro pro Minute. Bedenkt man, dass man während des Zehn-Stunden-Fluges etwa acht Stunden lang beobachtet, kann man sich vorstellen, wie teuer diese Mission ist.“

Den Schlafmangel („Wir sind ja immer nachts geflogen“) und die neun Stunden Zeitverschiebung ließ sich Dirk Brockmann-Behnsen während der Fragestunde nicht anmerken. Er bat seine Schüler allerdings um Nachsicht: „Wenn ich Montag etwas müde bin, seid bitte nicht so streng mit mir.“

Von Britta Lüers

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Im Regionshaus kursierte eine Unterschriftenliste gegen die eigene Personalvertretung. Ein Ausbilder (62) soll eine Auszubildende sexuell belästigt haben. Warum schützt der Gesamtpersonalrat sein Mitglied?

24.09.2018

Die sechs Mitarbeiter des Kifferladens gaben Tipps für den Cannabis-Anbau. Dafür gab es im Landgericht Bewährungsstrafen. Ihr Laden jedoch läuft weiter. Der Verkauf der Ausrüstung für den Drogenanbau ist nicht strafbar.

24.09.2018

Die Kinder können in Hannover wieder fleißig Kastanien und Eicheln sammeln, die die Stadt für die Winterfütterung der Tiere im Tiergarten nutzt.

21.09.2018