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Meine Stadt Schön bunt: Christopher Street Day in Hannover
Hannover Meine Stadt Schön bunt: Christopher Street Day in Hannover
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18:14 29.08.2010
Offizielle Kuss-Minute in Hannovers Innenstadt. Quelle: Heusel

Hannover. Bunte Kostüme, laute Musik und jede Menge Regenbogenflaggen: Nein, am Platz vor der Marktkirche kommt an diesem Samstagmittag keiner vorbei, ohne wenigstens kurz staunend stehen zu bleiben. Denn einige der mehr als 900 Schwulen und Lesben, die sich hier zum 2. hannoverschen Christopher Street Day treffen, haben sich schrill in Schale geworfen. So wie Rafael Perez Torres, Sascha Frenzel und Mathias Schmidt, die sich in wilder Fantasy-Kluft von Lack-Politesse Daniela Rosano „abführen“ lassen, als sich der Trupp in Bewegung setzt. „Ich war letztes Jahr auch dabei“, erzählt Schmidt, „und das war echt Hammerstimmung.“

Doch trotz Partylaune steht bei der Demonstration die politische Botschaft im Vordergrund: „Wir fordern, dass Schwule und Lesben endlich gleiche Rechte bekommen wie Heteros“, erklärt Maren Werner vom Verein „SchwuLes Hannover“, der den Christopher Street Day organisiert hat. „Dass heißt, dass wir heiraten dürfen, und dadurch die gleichen steuerlichen Vorteile erhalten.“ Außerdem, ergänzt Vereinskollegin Marie Wagner, solle das Thema Homosexualität in der Schule schon früher behandelt werden. „Das bricht sonst im Jugendalter wie ein Schock herein“, meint die 20-Jährige. Forderungen, die wie es scheint, in Hannover Unterstützung zu finden: Denn bei den Kundgebungen am Trammplatz und an der Marktkirche applaudieren nicht nur Demonstranten, sondern auch die vielen interessierten Zuschauer.

Auch Drag-Queen „Patsy Baker“ ist unter den Demonstranten: Trotz lediglich „zwei Stunden Schlaf“ und „vereiterten Mandeln“ ist die hannoversche Travestie-Künstlerin in Goldglitzer-Korsett und Tüllröckchen geschlüpft, um den Zug durch die Innenstadt anzuführen. Für Baker ist das Ehrensache: „Ich finde es schade, dass sich so wenig professionelle Künstler hier beteiligen“, sagt sie. „Das könnte die ganze Sache noch ordentlich voranbringen!“

Am Opernplatz wird es dann weniger politisch, dafür ein wenig zärtlicher: Jürgen Maaß von der Hannöverschen AIDS-Hilfe, die die Demo mit einem Truck begleitet, ruft zur offiziellen „Kuss-Minute“ auf. „Küss, wen du willst“, ruft er und erklärt: „Das soll nicht heißen dass es egal ist, wen man küsst. Aber jeder Kuss und jede Art von Liebe ist gleich viel wert!“ Und die Entscheidung, das gleiche Geschlecht zu küssen, das erfordere Mut „in dieser ziemlichen Hetero-Welt!“

(von Laura Zacharias)

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