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Meine Stadt Schneerekord lässt Winterdiensten keine Atempause
Hannover Meine Stadt Schneerekord lässt Winterdiensten keine Atempause
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17:30 04.01.2010
Quelle: Heusel
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Hannover/Bremen. „Unsere Jungs hatten in den letzten Tagen sehr kurze Nächte und richtig viel zu tun“, sagte Franziska Saniter, Sprecherin des Hannoverschen Winterdienstes aha, am Montag. Und es wird für die Räum- und Streudienste anstrengend bleiben. Der Deutsche Wetterdienst sagt bis zum Ende der Woche erneut bis zu 20 Zentimeter Neuschnee und klirrende Kälte mit bis zu minus zehn Grad Celsius voraus.

Erstmals seit mehr als zehn Jahren ist ganz Niedersachsen flächendeckend von der weißen Winterpracht überzogen. Da kommen die Winterdienste schwer hinterher. Damit der Verkehr trotz des Schnees ohne Behinderungen läuft, müssen sie Schwerpunkte setzen.

Deshalb räumen sie derzeit zunächst die Autobahnen sowie die Schnell-, Fern- und Hauptstraßen. „Die sind unsere erste Priorität. Der Rest muss erstmal warten“, sagte aha-Sprecherin Saniter. Die Nebenstraßen in den Städten und auf den Dörfern sind deshalb oft gefährlich glatt, obwohl die Winterdienste rund um die Uhr im Einsatz sind. Schlecht geräumte oder gestreute Fußwege, für die die Anwohner in den meisten Fällen selbst zuständig sind, erhöhen die Unfallgefahr noch zusätzlich.

In manchen Kommunen kommt noch ein weiteres Problem dazu: hier wird das Streusalz knapp. In Bremen macht sich der harte Winter deutlich bemerkbar. „Die Salzlager sind schon stark angeknabbert“, sagte Straßenamtssprecher Martin Stellmann am Montag in der Hansestadt. „Der Nachschub gerät schon ins Stocken.“ Man habe aber die „Lage im Griff“.

Auftausalze werden unter anderem von dem Düngemittel- und Salzhersteller K+S mit Sitz in Kassel verkauft. Mehr als 80 Prozent der Kunden seien Kommunen. „Wir müssen unsere Aufträge derzeit priorisieren. Deshalb erhalten die Kunden zuerst Auftausalze, die für Autobahnen und überregionale Hauptstraßen zuständig sind“, erklärte K+S-Sprecher Ulrich Göbel. Aus dem Grund sei die „Nachschubsituation durchaus ein wenig angespannt“. Von enormen Lieferengpässen könne aber nicht die Rede sein. K+S produziere mehrere 10 000 Tonnen Salz am Tag.

In den Krankenhäusern in Niedersachsen haben die Ärzte in den Notfallaufnahmen ebenfalls alle Hände voll zu tun. „Wir haben hier etwa 50 Prozent mehr Knochenbrüche als normalerweise“, sagte Mathias Denter, Leiter der Notaufnahme des Klinikums Osnabrück. Dabei müssen die Mediziner vor allem typische Sturzverletzungen wie Schulter-, Arm-, Bein- und Beckenbrüche kurieren.

Im Harz müssen sich Skifahrer und Wanderer nicht nur vor Glatteis in Acht nehmen. Die Nationalparkverwaltung hat Harzbesucher davor gewarnt, die Wälder abseits der offiziellen Wege zu betreten. Es bestehe die große Gefahr, dass immer mehr Bäume unter der Schneelast zusammenbrechen, sagte ein Sprecher am Montag. Auch die Stadt Goslar warnte dringend davor, in den Wäldern spazieren zu gehen. Autofahrer sollten Fahrten durch Waldgebiete möglichst vermeiden. lni

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