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Meine Stadt Schmerzhafte Premiere beim Jedermannrennen
Hannover Meine Stadt Schmerzhafte Premiere beim Jedermannrennen
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21:51 30.07.2017
Hannover

Als ich am Waterloo-Biergarten rechts Richtung Rathaus abbiege, überkommt mich ein Hochgefühl. Gleich ist Schluss mit Schmerzen, Krämpfen und Durst. Gleich kommt das Ziel in Sicht. Endlich.

Ich bin nicht nur Lokalredakteur bei der Neuen Presse, sondern auch leidenschaftlicher Radsportler. Einer von 1200, die gestern beim Pro-Am-Jedermann-Rennen in Hannover dabei sind, einen Tag, nachdem sich die Profis um Superstar Marcel Kittel auf dem Rundkurs vor dem Rathaus miteinander gemessen haben.

Dass das Hobbyrennen stattfinden kann, grenzt an ein Wunder. Teile der Strecke sind von Hochwasser überspült. „Die Veranstaltung war schon so gut wie abgesagt“, berichtet Veranstalterin Steffi Eichel. Zusammen mit der Polizei habe man am Freitag aber doch noch eine Lösung gefunden. „Das war Wahnsinn, wie die sich da mit reingekniet haben. Ich bin wirklich schwer beeindruckt“, sagt Eichel.

Die Lösung: Anstatt über Wilkenburg geht es zunächst ohne Zeitmessung und eskortiert durch die Polizei durch die Stadt. Erst in Hemmingen erfolgt der scharfe Start. Ein sehr scharfer Start. Das Tempo zieht sofort an. Für mich gilt es vorne dranzubleiben. Der Wind bläst kräftig. Die Strecke ist größtenteils flach. Nicht so meins eigentlich. As Leichtgewicht mit Stärken am Berg mag ich lieber lange Anstiege, fahre Radmarathons. Lang und mit vielen Höhenmetern, gerne in den Alpen.

Das hat der rund 110 Kilometer lange Kurs der Pro Am nicht zu bieten. Dafür ge­sperrte und somit autofreie Straßen sowie tolle Unterstützung an der Strecke. In Coppenbrügge, Bad Münder oder Gehrden jubeln uns Menschen am Straßenrand zu. Ein gutes Gefühl.

Am Nienstedter Pass wird das Rennen brutal hart. Mein Vereinskollege vom HRC, Johannes Gräfe, sichert sich die Bergwertung. Ich schaffe es mit der ersten Verfolgergruppe über den einzig nennenswerten Anstieg der Runde. Die meisten sind abgehängt. Wir geben Gas, um nicht wieder eingeholt zu werden.

Am Ende lande ich auf Platz zehn. Für mich eine kleine Sensation. Und überhaupt für unseren Club ein guter Tag. Anton Breuste wird Zweiter hinter Sieger Hen­­drik Eggers von Blau-Gelb Langenhagen, mit Alexander Schlenkrich auf Platz sieben haben wir einen weiteren Mann in den Top Ten.

Trotz Schmerzen und Krämpfen auf den letzten Kilometern: Das hat Spaß gemacht. Gut, dass es weitergehen soll mit der Pro Am. „Wir sind mit der Premiere absolut zufrieden und wollen das Rennen 2018 wieder ausrichten“, kündigt Organisatorin Steffi Eichel an.

Christian Bohnenkamp

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