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Hannover

Schloss: Küchen-Krieg in Herrenhausen

Neue Querelen ums Herrenhausen-Schloss: Um die Frage, wer die hochkarätigen Gäste im Tagungszentrum der VW-Stiftung bekocht, zeichnet sich massiver Streit ab.

Hannover. Vorgeschichte: 1999 hatten VGH, Sparkassen-Finanzgruppe und Nord/LB der Stadt für Herrenhausen das Restaurant Schlossküche spendiert – immerhin für rund zehn Millionen Euro. Im Gegenzug gabs das Monopol für den Verkauf von Speisen und Getränken in den Gärten. Brisant wird das mit dem nächsten Geschenk – dem Schloss-Neubau der VW-Stiftung für 20 Millionen Euro. Den Tagungsbetrieb wird dort die Essener Firma Hochtief Solutions managen – und Hochtief will von einem Gastronomie-Monopol der Schlossküche nichts wissen. Sprecher Matthias Felten bekräftigte gestern: „Wir sind hinsichtlich des Catering-Vertrags noch in Verhandlungen. Das bedeutet, es gibt noch keinen gesetzten Catering-Partner.“

In der Schlossküche sieht man das ganz anders. Seniorchef Dietmar Althof betont: „Wir haben das vertragliche Recht, für das Schloss Herrenhausen zu catern.“ Damit bezieht er sich auf die Vereinbarungen der Stadt mit den Eigentümern des Restaurantgebäudes, das ist heute die VGH. Auch in der Ausschreibung für den laufenden Betrieb sei die Schlossküche genannt. Außerdem gebe es längst einen unterschriftsreifen Vertrag mit Hochtief, so Althof. Die VW-Stiftung erklärte gestern Abend, das Restaurant sei in der Ausschreibung zwar erwähnt, ein Rechtsanspruch für den Auftrag sei das aber nicht. Herrenhausen-Kenner rechnen bereits damit, dass es zu einem Prozess kommt, falls es keine Einigung zwischen Hochtief und Schlossküche geben sollte. Eigentlich galt lange als selbstverständlich, dass die Schlossküche das Tagungszentrum bekocht. Wilhelm Krull, Generalsekretär der VW-Stiftung, hatte zum Beispiel im Mai 2009 gesagt: „Wir sind froh, dass wir qualifizierte Partnerin der Schlossküche haben.“ Seitdem ist das Verhältnis allerdings abgekühlt.

Ursprünglich war im Neubau gar keine eigene Küche geplant – wegen des benachbarten Restaurants. Gestern bestätigte die Stiftung: Es gibt jetzt eine komplette Küche im Schloss. Alarmiert reagierte der Vorsitzende des Kulturausschusses, Lothar Schlieckau (Grüne). Er forderte die VW-Stiftung auf zu vermitteln. Es sei immer deutlich gewesen, dass die Schlossküche den Auftrag bekommen solle. Die Stiftung solle nun „örtlich Beteiligte nicht vorführen“. Das Schloss müsse aus dem Restaurant versorgt werden. Und: Lieferverkehr für eine Küche im Schloss könne nicht über den Ehrenhof laufen. Schlieckau: „Der Ehrenhof ist kein Hinterhof für Mülltonnen und Lieferanten.“

Hintergrund der unklaren Lage dürfte Geld sein. Die Kalkulation der Stiftung für den Tagungsbetrieb galt stets als sportlich. Zu hören war bislang von einer Jahrespacht von einer Million Euro. 800 000 davon seien durch Veranstaltungen der Stiftung sicher – ob sich aber tatsächlich der Rest durch weitere Veranstaltungen verdienen lässt, muss noch bewiesen werden. Jeder Euro, der sich bei den Kosten drücken lässt, zählt. Das gilt auch für die Gastronomie. wig


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