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Meine Stadt Scheitert Ampelgruppe am 18. Gymnasium?
Hannover Meine Stadt Scheitert Ampelgruppe am 18. Gymnasium?
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20:08 26.09.2018
SCHWIERIGER WEG: Die Entscheidung über ein 18.Gymnasium hat der Schulausschuss Quelle: dpa
HANNOVER

Beim sportlichen Marathonlauf braucht der Läufer vor allem – Ausdauer. Langen Atem beweist Hannovers Ratspolitik gleichermaßen bei der Entscheidung über ein weiteres Gymnasium, das 18. in der Stadt. Denn eine Entscheidung über die Einrichtung hat der Schulausschuss zum wiederholten Mal vertagt. Jetzt auf den Oktober, auf den Termin der nächsten turnusmäßigen Sitzung. Diskutiert wurde über die neue Schule aber trotzdem – denn es gibt nach wie vor reichlich Gesprächsbedarf. Und zwar so viel, dass das geplante 18. Gymnasium offenbar zur Zerreißprobe für die Ampelgruppe im Rat wird.

Bürgermeisterin Regine Kramarek (Grüne): „Die Stimmung ist dahin in der rot-grün-gelben Gruppe. Wir sind in Kollision geraten. Bei den Haushaltsberatungen wird sich zeigen müssen, ob das Bündnis noch Bestand hat.“ Niemand wolle ein Gymnasium, außer der Stadtverwaltung. „Wir wollen endlich eine Stärkung der IGS. Und zum Standort Schützenplatz Bemerode sagen wir Nein, da er den Bestand der IGS Kronsberg bedroht“, so Kramarek weiter. SPD-Schulpolitiker Henning Hofmann entgegnete: „Es ist nicht in Ordnung, wenn die Grünen in der Öffentlichkeit mit dem Bruch des Bündnisses drohen. Wenn es etwas zu besprechen gibt, sollten wir das intern klären.“ Die SPD vertrete die Meinung, dass man den Elternwillen zu respektieren habe. Und der gehe zu einem Gymnasium. „Der ist noch da, auch nach dem 17. Gymnasium“, sagte die SPD-Schulexpertin Afra Ga­moori.

„Wir akzeptieren den Elternwillen“

In der Ampelgruppe sind offenbar nur die Grünen gegen ein weiteres Gymnasium, denn Andreas Bingemer von der FDP sagte: „Wir akzeptieren den Elternwillen und wollen eine weitere gymnasiale Oberstufe entstehen lassen. Was wir nicht wollen, ist eine Schule, bei der Gymnasium draufsteht, aber eine IGS drin ist.“ CDU-Schulpolitiker Arne Borstelmann forderte danach in Richtung Ampelgruppe, keine ideologische Debatte zwischen Gymnasium und IGS aufkommen zu lassen: „Lassen Sie uns emotionsfrei über eine Schulform sprechen, die die beste ist für Hannover.“

Die ist in Augen der CDU eine Realschule: „Eine Schulform, die nicht sein darf, wird nicht angedacht“, bemängelt CDU-Schulexpertin Stefanie Matz. Die Realschule sei eine gute Alternative für alle Eltern, deren Kinder nicht auf das Gymnasium wollen oder auch können. „Sie würde viele Probleme lösen an den überfüllten Gymnasien in den fünften Klassen“, so Matz.

Der Standort Bemerode ist nicht mehr gesetzt

Und auch Silvia Klingenburg, die schulpolitische Sprecherin der Grünen, machte keinen Hehl aus ihrer Ablehnung gegenüber dem Ampelantrag: „Dass wir Grünen kein Gymnasium wollen, ist kein Geheimnis.“ Der Vorstoß ihrer Fraktion sieht Folgendes vor: Eine 19. weiterführende Schule, die wegen prognostisch weiter steigender Schülerzahlen gebraucht wird, soll ein integratives Schulsystem beinhalten – also eine IGS werden. Nach außen hin schlägt die Ampelgruppe ein vierzügiges, inklusives Gymnasium vor. Und: Bis Ende des laufenden Jahres soll die Stadt zwei Standorte vorschlagen – der bisher bekannte Standort Schützenplatz Bemerode ist keinesfalls mehr ge­setzt.

Von Andreas Voigt

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