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Meine Stadt Schausteller-Chef Armbrecht hat sein „Erbe“ bestellt
Hannover Meine Stadt Schausteller-Chef Armbrecht hat sein „Erbe“ bestellt
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15:19 25.04.2017
GEEHRT: Gestern Abend haben die Schausteller ihren Ex-Präsidenten Arthur Armbrecht gefeiert. Quelle: Frank Wilde
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HANNOVER

„Ein Baguette mit Schafkäse und viel Sauce.“ Wie jeden Tag wird Arthur Armbrecht heute am eigenen Käsestand auf dem Frühlingsfest naschen, was seine Frau Ilse kocht. In seinem Kopf wird sich dabei ein Karussell von Bildern drehen – Erinnerungen an den gestrigen Abend, an dem er als Chef des Landesverbandes der Markt- und Schaustellerbetriebe auf einer Fete mit viel Prominenz Tschüs sagte.

Tschüs nur in der Funktion. Der 71-Jährige, der dem Landesverband seit 1970 angehörte und seit 1989 an dessen Spitze stand, wird auch weiterhin auf jedem Volksfest zu finden sein. „An Aufhören ist nur zu denken, wenn ich mal zwei Meter unter der Erde liege“, meint er.

Mit einem selbst gebauten und bemalten Karussell, gezogen von Pferden, zog schon vor mehr als 150 Jahren Armbrechts Urururgroßvater los. Die Lust am Schreinern hat er dem Nachfolger ebenso vererbt wie die Lust auf das Schaustellerleben. „Man muss Spaß haben am Reisen, Pionier in vielen Dingen sein, Sinn für Emotionen haben“, beschreibt der Jetzt-Ehrenpräsident die Anforderungen seiner Branche.

Die hat sich natürlich gewandelt. Längst vorbei die Zeiten, in denen die Fahrt mit dem Kinderkarussell 20 Pfennig kostete. Bar. Heute wird mit Chips für ein oder zwei Euro bezahlt. Sein Fahrgeschäft-Erbe hat Arthur Armbrecht den Kindern und Enkeln überlassen. „Das Kinderkarussell baue ich nur für den Weihnachtsmarkt in Alfeld auf“, erzählt er.

Dort und an der Hohen Warte tischlern er und sein Team an neuen Ständen, tüfteln an neuen Ideen. Denn egal, ob Karussell, Schießbude, Autoscooter oder Imbissstand – nichts läuft ohne die richtige Atmosphäre, die richtige Dekoration, die Ahnung von Herzblut.

Das hat man entweder – oder man kann kein guter Schausteller sein. Die haben übrigens viel gemein mit Königshäusern: Es gibt Dynastien. Arthur Armbrecht vereint zwei; seine erste (verstorbene) Frau war eine Arend. Dank drei Kindern, acht Enkel und einem Urenkel („Zwei sind in Arbeit“) stehen die Armbrechts den Arends in der Größe inzwischen kaum nach.

Auch im Verband ist das Erbe besiegelt. Neuer Chef ist Fredi Hanstein, „mein Schwiegersohn“, erwähnt Armbrecht voller Stolz. Hanstein sagte gestern Abend Dankeschön für jahrzehntelange Arbeit. Beendet ist die noch lange nicht – auch hinter den Kulissen wird Arthur Armbrecht weiter mit die Strippen ziehen. Er ist dabei gewieft, schon durchs Entenangeln.

Von Vera König

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