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Meine Stadt Sauna am Stadtpark: Freunde verlieren die Geduld
Hannover Meine Stadt Sauna am Stadtpark: Freunde verlieren die Geduld
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00:18 15.02.2018
Im Massageraum in der Stadtpark-Sauna in Hannover hat es im Dezember gebrannt. Quelle: Elsner
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Hannover

Die Freunde der Stadtpark-Sauna kommen derzeit mehr ins Schwitzen, als ihnen lieb ist. Nach dem verheerenden Brand am 6. Dezember 2017 ist die Zukunft der ältesten Sauna Hannovers ungewisser denn je. David Mastbaum, Chef der Stadtpark Sauna Hannover GmbH, nimmt sogar das Wort „Schließung“ in den Mund.

„Das wollen wir natürlich nicht. Wir streben Neubau oder Wiederaufbau an“, sagt Mastbaum. Dafür wartet er auf eine Ansage der Stadt. Stadtsprecher Dennis Dix: „Für eine konkrete Aussage ist es noch zu früh.“ Erst müsse das Gutachten des Brandschutzsachverständigen vorliegen.

Laut David Mastbaum sollen die Gutachten bis Ende Februar vorliegen. Er glaubt an zwei Optionen: Entweder Abriss und Neubau oder Wiederaufbau. Dafür stellt sich die Frage, inwieweit die Fassagen kontaminiert sind.
Eigentlich war man sich mit der Stadt schon einig. Der Bauantrag lag schon in der Schublade. Förderverein und GmbH legten der Stadt am 4. Dezember 2017 das Exposé für die Sanierung und Modernisierung der Stadtparksauna vor. Die Stadt bezifferte die Kosten bei 400 000 bis 450 000 Euro.

Zwei Tage später brannte ein Einbrecher den Laden ab (siehe Text unten). Schaden nach ersten Schätzungen: 200 000 Euro. Das war’s zunächst mal mit den schönen Plänen. Derzeit bezahlt eine Betriebsunterbrechungsversicherung die Kosten für die entgangenen Einnahmen. „Das gilt aber höchstens für ein Jahr“, sagt Mastbaum. Das Gebäude gehört der Stadt. Sie wird Geld von der Brandschutzversicherung erhalten.

Die Zeit, die tatenlos verrinnt, ist für die Saunafreunde wie eine kalte Dusche. „Ob Neubau oder Wiederaufbau ist eine politische Entscheidung“, sagt der GmbH-Chef. Die Stadt müsse entscheiden. Zumal die „Bauernschänke“ unter Ensembleschutz steht. Das heißt, Stadthallengarten, Stadthalle und Stadtbad-Sauna unterliegen dem Denkmalschutz. „Der Denkmalschutz ist relevant und wird bei der Entscheidung über die Zukunft des Gebäudes ein Kriterium sein“, sagt Stadtsprecher Dix.

Ursprünglich wollte sich die Stadt laut Mastbaum mit etwa 25 Prozent an der Modernisierung der Stadtbad-Sauna beteiligen. Der Rest sollte über Spenden und Einnahmen hereingeholt werden.

Aber mit einer Sauna, die geschlossen ist, kann man schlecht werben und schon gar keine Einnahmen erzielen. Aber vielleicht bekommt die Stadt aus der Brandschutzversicherung so viel Geld, dass es der Spenden kaum noch bedarf. Dann wäre der Brand ein Segen.

Seit 1943 gibts im Stadtpark eine kalte Dusche

Die Stadtpark-Sauna in der Kleefelder Straße gehört zu Kleinoden Hannovers. 1933 wurde die „Bauernschänke“ gebaut. Seit 1943 ist dort die Stadtpark-Sauna zu Hause. Die älteste Sauna Hannovers, vielleicht sogar Deutschlands. Nur nach Kriegsende und während der ersten Bundesgartenschau Anfang der 50-er Jahre war sie geschlossen.

2011 hat der Förderverein den Betrieb der Sauna übernommen. Gebäude und die riesige Grünfläche befinden sich im Eigentum der Stadt Hannover. Förderverein und GmbH konnten sich mit der Stadt auf eine Sanierung der Sauna einigen. Die Sauna steht mit der Stadthalle Hannover unter Ensemble-Schutz. Ende 2017 waren sich Förderverein, GmbH und Stadt über die Umbaupläne einig.  Doch es kam anders: Am frühen Morgen des 6. Dezembers 2017 brach ein 32-jähriger Mann in die Stadtpark-Sauna ein und legte ein Feuer. Seitdem ist die Sauna geschlossen. Der mutmaßliche Täter sitzt in Untersuchungshaft.

Thomas Nagel

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