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Meine Stadt Hannovers Ampelbündnis will gelbe Säcke durch Tonne ersetzen
Hannover Meine Stadt Hannovers Ampelbündnis will gelbe Säcke durch Tonne ersetzen
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18:34 12.09.2018
Soll es nicht mehr geben: Gelbe Säcke an der Straße. Das Ampelbündnis von SPD, Grünen und FDP in Hannovers Rat fordert stattdessen die Einführung einer gelben Wertstofftonne. Quelle: Schaarschmidt
Hannover

Das Ampelbündnis im Rat setzt sich für eine Abschaffung der gelben Säcke in Hannover ein. Sie sollen durch eine gelbe Tonne ersetzt werden. In einem Antrag zum neuen Konzept „Hannover sauber!“ forderte das Bündnis aus SPD, Grünen und FDP die Verwaltung auf, zu prüfen, wie sich eine Umstellung des Systems umsetzen ließe.

„Wir wollen, dass deutlich weniger Säcke herumfliegen“, sagte SPD-Umweltexperte Philipp Kreisz in der gemeinsamen Sitzung von Finanz- und Umweltausschuss am Mittwoch, in der das neue Konzept beschlossen wurde. Die Säcke seien sowohl für die Verkehrssicherheit ein Problem als auch für die Umwelt.

Nur einer von mehreren Änderungswünschen, die die Ampel hat. Sie will auch größere Abfalleimer in Grünflächen, zum Beispiel im Georgengarten, wo gerade im Sommer gerne gegrillt wird. Außerdem setzt sich die Ampel für einen zusätzlichen städtischen Taubenschlag ein. Das könne „die Population begrenzen“ und führe zu „weniger Taubenkot im öffentlichen Raum“, so SPD-Mann Kreisz.

Ein weiterer Punkt: Die Ampel wünscht sich, dass auch die Nachbarschaften mehr Verantwortung für die Sauberkeit in ihrem Umfeld übernehmen. Sie wünscht sich ein Modell wie in Hannovers Partnerstadt Bristol, wo dies Bürger stärker eingebunden werden.

Ordnungsdezernent von der Ohe will das neue Sauberkeitskonzept möglichst schnell nach dem Beschluss des Rates umsetzen. Dieses sieht auch einen verstärkten Kampf gegen Unkraut vor, mehr Handreiniger in der Innenstadt, Kehrmaschineneinsatz auch am Nachmittag sowie eine Aufstockung des Personals der Abfallfahndung von vier auf neun Mitarbeiter.

Der CDU ging das nicht weit genug. Ihr Umweltexperte Maximilian Oppelt warf der Stadt vor, „absolut lasch“ vorzugehen. Er forderte noch mehr Abfallfahnder, außerdem eine härtere Bestrafung von Müllsündern. Das Konzept der Stadt sei nur „ein kleiner Wurf“. Auch die Forderung nach einer gelben Tonne sieht er „kritisch“. Oppelt fürchtet zusätzliche Kosten für Bürger. Zudem erlaube die Bauordnung an vielen Stellen gar keine Tonnen im Stadtbild.

Brigitte Falke von den Linken sieht die Ursache von Hannovers Müllproblem unter anderem darin, dass „die Serviceleistungen schlechter“ geworden seien. Zum Beispiel gebe es keine regelmäßige Sperrmüllabfuhr mehr.

Pirat Adam Wolf macht das Sauberkeits-Konzept „arge Bauchschmerzen“, vor allem die stärkere Einbindung der Nachbarschaften, die die Ampel fordert. „Ich will keine Blockwarte und keine Spione in den Quartieren“, sagte Wolf.

Von Christian Bohnenkamp

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