Navigation:

© Behrens

|
Kondomhersteller

Sarstedt: Mit Sicherheit zum Welterfolg

Das Geschäft mit der Sicherheit und dem Gesundheitsschutz liegt Michael Kesselring quasi im Blut. „Ich bin mit Kondomen groß geworden“, sagt er von sich. Bevor er seine Firma CPR nämlich 1987 in Sarstedt gründete und heute zu Europas größtem Präservativhersteller ausgebaut hat, waren schon sein Großonkel vor dem Zweiten Weltkrieg Mitinhaber und sein Vater Geschäftsführer in Firmen der Branche.

Sarstedt. Als Maschinenbaustudent stieg Kesselring 1985 mit als 22-Jähriger in den Handel damit ein. „Damals stand das Thema Aids im Vordergrund“, erzählt er. Die Ware kaufte er containerweise in Asien. Deutsche Hersteller hatten ihre Werke dorthin verlagert.

Das Geschäft flutschte. Kesselring hängte sein Studium an den Nagel und setzte fortan nicht mehr nur auf Vertrieb, sondern auch auf Produktion „Made in Germany“. Dabei half, dass in Sarstedt Ende der 1980er Jahre gerade ein Kondomproduzent aufgab und seine Maschinen verkaufte.

Seither kümmert sich das Unternehmen einfach um alles. Vom Naturkautschuk-Einkauf und Maschinenbau über die Herstellung der La-texprodukte - auch aus Fairtrade - bis zu Vertrieb und Versand macht er alles in Eigenregie.

Dabei darf Kesselring Kondome nicht einfach wie Luftballons drauflosproduzieren, sondern unterliegt sehr strengen Vorgaben, die aber auch Garant für seinen internationalen Erfolg sind. Made in Germany halt. „Wir stellen ein Medizinprodukt her und müssen uns nach strengen Auflagen richten“, betont der Unternehmer. Dazu gehöre, dass verwendete Stoffe alle medizinischen Richtlinien für im Körper getragene Produkte erfüllen, jeder Rohstoff und jede Chemikalie müssen dokumentiert und geprüft sein. „Wir müssen alle Prozessdaten mindestens fünf Jahre aufbewahren“, so Kesselring. Ein Kondom muss zudem bei richtiger Lagerung ein Jahr haltbar sein. Für all diese Voraussetzungen wird in seinen Werken in Sarstedt und in Erfurt (je 50 Mitarbeiter) und im südamerikanischen Honduras (35 Mitarbeiter) jedes Gummi genauestens geprüft, bis es in den Verkauf geht.

Will er ein neues Produkt auf den Markt bringen, sind klinische Tests erforderlich. „Es gibt ständig Neues“, sagt Kesselrings Marketing-Chef Marco Gehlken, „Veränderungen in Farben, Größen, Strukturen und Aromen.“ Vieles davon, so der Firmenchef, ergebe sich auch aus Gesprächen mit branchenfernen Gästen: „Denn zu Kondomen fällt jedem etwas ein.“

210 Millionen Präservative stellt CPR - keine Abkürzung, sondern nur ein Firmenname, „der sich in jedem Land aussprechen lässt“ - pro Jahr aus rund 500 Tonnen Kautschuk her. Zehn bis 15 Prozent Wachstum bei aktuell 16 Millionen Euro Umsatz plant Kesselring bis 2020. Er ist in fast allen Ländern außer den USA unterwegs, neu in Deutschland und Asien. Dort wagt er, sich mit dem Netzangebot „Mein Kondom“ auf einem zertifizierten Internetmarkt für deutsche Produkte zu präsentieren. Ein Mittel gegen rufschädigende Produktpiraterie: „Die Ware wird hier zertifiziert, verplombt und dann nach Asien geflogen.“


Anzeige
Bildergalerien Alle Galerien
Die Bahn verspricht, pünktlicher zu werden - schafft sie das?

City Click

"Märchenhafte Stimmung über dem Tiergarten" - so betitelte NP-Leserin Catharina Cordes ihr Foto. In der Tat: Ein märchenhaftes Bild.

zur Galerie

Schicken Sie uns Ihren City Click!

Haben Sie ein tolles Motiv fotografiert? Die Redaktion wählt mehrmals pro Woche die schönsten Leserfotos aus und veröffentlicht sie in der City Click Galerie.

Hannover in Zahlen

  • Bundesland: Niedersachsen
  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 204,14 km²
  • Einwohner: ca. 550.000
  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
  • Ortsvorwahl: 0511
  • Kfz-Kennzeichen: H
  • Lage: 52° 22´ N / 9° 43´ O
  • Wirtschaft: Firmendatenbanken
  • int. Flughafenkürzel: HAJ
  • Stadtverwaltung: Trammplatz 2
     30159 Hannover
     Telefon: 0511 168-0
  • Oberbürgermeister: Stefan Schostok