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OBSERVIERT: Saleh S.

Terrorverdacht

Saleh S. wochenlang observiert

Saleh S., der jüngere Bruder der mutmaßlichen IS-Terroristin Safia S., wurde wochenlang von der Polizei überwacht.

Hannover. Der terrorverdächtige Saleh S. (18) wird von den Sicherheitsbehörden offenbar schon länger als bislang bekannt als gefährlich eingestuft. Nach seiner Rückkehr aus der Türkei am 26. April ist der Bruder der mutmaßlichen IS-Terroristin Safia S. (16) von der Polizei auf Schritt und Tritt observiert worden.

Fast drei  Monate war der Jugendliche in der Türkei. Die meiste Zeit davon saß er im Gefängnis, weil der Verdacht bestand, er wolle nach Syrien, um sich dem Islamischen Staat anzuschließen. Wenig Tage nach seiner Rückkehr nach Hannover erging ein richterlicher Beschluss, wonach der inzwischen 18-Jährige einen Monat lang beschattet werden durfte.  Beantragt worden war die verdeckte Maßnahme von der Staatsanwaltschaft. Informationen gibt die Behörde dazu allerdings nicht raus. Sprecher Thomas Klinge: „Aus ermittlungstaktischen Gründen machen wir keine Angaben.“

Saleh S. ist in der Zeit auch von der Polizei kontrolliert worden – und soll stets verwirrt gewesen sein. Nach der einmonatigen Überwachung bekam der 18-Jährige dann vorsichtshalber Public-Viewing-Verbot: Für die Zeit der Fußball-EM durfte er keine öffentliche Übertragung besuchen.

Das Aufenthaltsverbot hatte sich schnell erledigt, weil Saleh S. nach seinem Ausraster am 12. Juni am Klagesmarkt nicht mehr in Freiheit, sondern in der Psychiatrie war. Nach einem Angriff in der Klinik wurde er in den Maßregelvollzug eingewiesen. Zurzeit befindet er sich in Moringen. Unterdessen ist weiter unklar, ob Saleh S. der Attentäter ist, der am 5. Februar Molotow-Cocktails vom Dach der Ernst-August-Galerie geworfen hat (NP berichtete). Die Staatsanwaltschaft wartet auf die Ergebnisse der kriminaltechnischen Auswertung von Gegenständen, die im vergangenen Monat bei einer Razzia in der Wohnung des Vaters des 18-Jährigen sichergestellt wurden. „Es handelt sich um sehr aufwendige Untersuchungen, die zum Teil in einem Institut im Ausland gemacht werden“, sagt Klinge. Die Ermittler sehen keinen Grund zur Eile: „Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit.“ 

VON BRITTA MAHRHOLZ


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