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Rentnerin rutscht auf Salatblatt aus und klagt nun gegen Rewe.

Justiz

Salatblattunfall: Rentnerin klagt gegen Rewe

Ein simpler Einkauf im Supermarkt hatte für eine Rentnerin böse Folgen. Sie war an einem frühen Juniabend 2014 in der Gemüseabteilung des Rewe-Marktes an der Hildesheimer Straße/Ecke Schlägerstraße (Südstadt) gestürzt. Vor Gericht fordert sie nun Schmerzensgeld und Schadenersatz.

Hannover. Die Rentnerin hatte sich bei dem Sturz eine Schädelprellung, eine Schürfwunde am linken Ohr und einen schweren Bluterguss am rechten Knie zugezogen. Zudem ging ihre Brille kaputt, und die Hose, die sie beim Unfall trug, hat bis heute grünliche Flecken, die trotz Reinigung blieben.

Für diesen Ausrutscher will die Frau die Supermarkt-Kette verantwortlich machen, da sie auf einer feuchten, grünen Stelle ausgerutscht sei. Rewe sei seiner Verkehrssicherungspflicht nicht nachgekommen, so die Meinung der Frau. Doch Rewe sperrt sich, die Haftung zu übernehmen, und macht falsches Schuhwerk der Kundin für den Sturz verantwortlich. Außerdem sei der Boden der Gemüseabteilung etwa 15 Minuten vor dem vermeintlichen Unfall kontrolliert worden. Gestern trafen sich beide Parteien vor dem Zivilgericht.

Vieles spricht in der Tat dafür, dass die Rentnerin auf einem Salatblatt ausgerutscht sein muss, das offenbar von der Gemüseauslage auf den Boden gefallen war. Der 82-jährige Begleiter der Frau sprach von einem „zwiebelähnlichen Blatt“, das er auf dem Boden gesehen habe, der Filialleiter von einem „faustgroßen Kohlrabi-Blatt“. Zwei weitere Zeugen von Rewe brachten wenig Erhellendes ans Tageslicht: zwei Kassierer,
die aussagten, lediglich etwas „rumsen“ gehört und die Kundin dann am Boden liegen gesehen zu haben.

Die Rentnerin fordert für ihren Sturz rund 1800 Euro Schmerzensgeld und Schadenersatz. Doch diese Summe wird sie höchstwahrscheinlich nicht bekommen. Amtsrichterin Dagmar Frost legte das Schmerzensgeld auf 600 Euro fest, den Wert der zerbrochenen Brille und der verunreinigten Hose auf 200 Euro. Zusammen also 800 Euro. Ein vor der Zeugenvernehmung vorgeschlagener Vergleich scheiterte an Rewe. Mit 500 Euro wäre die Klägerin einverstanden gewesen.
Urteilsverkündung ist am 12. November. Andreas Voigt


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