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Meine Stadt Sahlkamp-Schüler schwören auf Regeln
Hannover Meine Stadt Sahlkamp-Schüler schwören auf Regeln
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02:57 11.07.2012
POLITIK ERLEBEN: Die Schüler der Ada-Lessing-Hauptschule sowie der Gerhart-Hauptmann- und der Lotte-Kestner-Realschule erarbeiteten eine Sozialcharta. Bürgermeister Bernd Strauch leitete die fiktive Ratssitzung. Quelle: Michael Joos
Hannover

Seit langem macht sich die Politik Gedanken darüber, wie sich das Miteinander im Sahlkamp positiv beeinflussen lässt. Das haben jetzt auch rund 80 Achtklässler aus drei Schulen getan – im Rahmen des Projekts „Sahlkamp-Charta“.

Ähnlich wie im Planspiel „Pimp your Town“ probten sie gestern im Rathaus Politik und saßen seit 9 Uhr in Ausschuss- und Fraktionssitzungen zusammen, um am Nachmittag in einer fiktiven Ratsversammlung ihre Charta auf den Weg zu geben.

Ganz wichtig war ihnen eine Anti-Mobbing-Regel: Niemand solle beleidigt werden, weil er ein Handicap oder eine andere Hautfarbe habe oder sonst irgendwie anders sei. Erwachsene sollten Jugendliche ernst nehmen und Respekt zeigen. Doch nicht alles stieß auf Zustimmung. Der Antrag auf ein Alkohol- und Zigarettenverbot für Menschen unter 21 Jahren wurde zurückgezogen, da es sich nicht umsetzen lässt. Auch die Forderung, nicht vor 21 Uhr in der Öffentlichkeit trinken zu dürfen – weil kein Kind einen Betrunkenen sehen möchte, der sich vielleicht übergibt –, blieb umstritten.

Viele Gedanken machten sich die Schüler darüber, wie man eine solche Sozial-charta verbreiten könnte. Eine Vermittlung über Facebook, die Videoplattform Youtube, im Üstra-Fahrgastfernsehen, in Zeitungen oder auf Brötchentüten waren Anregungen, die der Bezirksrat demnächst durchaus aufgreifen könnte.

Bei den Vorstellungen zu Sanktionen dürften dagegen größere Kompetenzhürden zu überwinden sein. Bei groben Regelverstößen etwa wollen die Jugendlichen den Übeltäter Toiletten älterer Menschen schrubben lassen. Regeln aufzustellen ist leicht, sie einzuhalten weniger.

Was auch für die Schüler galt. Denn auch in einer fiktiven Ratssitzung gilt es etwa auf das Handy zu verzichten oder sich an den Abstimmungen auch wirklich zu beteiligen. Bürgermeister Bernd Strauch, der die Sitzung leitete, hatte manche Mühe, das komplizierte System und den Verhaltenskodex etwa bei Zwischenrufen zu erklären. Dennoch lobte er zu Recht am Ende das disziplinierte Verhalten der Schüler, insbesondere die große Leistung, über einen solch langen Zeitraum konzentriert bei der Sache geblieben zu sein.

Auch Klassenlehrerin Dagmar Hellweg-Krüger sah in dem Projekt „eine tolle Sache“. Die Mehrheit ihrer Schüler habe das sehr ernst genommen. „Sie haben endlich einen Eindruck bekommen, wie Politik gemacht wird. Sie sind aus sich raus gegangen und konnten zeigen, was in ihnen steckt.“

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