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Justiz

Safia-Prozess: Polizist will Gerechtigkeit, keine Rache

Zunächst war es ein ganz normaler Arbeitstag, den der Bundespolizist (35) am 26. Februar erlebte – bis etwa 17 Uhr, als Safia S. ihm im Hauptbahnhof ein Messer in den Hals stach. Das Verbrechen veränderte schlagartig das Leben des Beamten. Heute beginnt vor dem Staatsschutzsenat in Celle der Prozess gegen die inzwischen 16-jährige Attentäterin, die nach Ansicht der Generalbundesanwaltschaft im Auftrag der Terrormiliz Islamischer Staat handelte. Der 35-Jährige ist als Nebenkläger in dem Verfahren zugelassen. Er muss auch als Zeuge aussagen. In der Öffentlichkeit hat der Polizist sich bislang nicht geäußert und wird es auch nicht tun. Sein Anwalt, Marco Burkhardt, sprach aber mit der NP.

Hannover. Nach dem Angriff war der Polizist notoperiert worden. So retteten Ärzte im Friederikenstift sein Leben. Der Beamte brauchte auch psychologische Hilfe. Vier Wochen nach der Attacke nahm der Familienvater den Dienst wieder auf. Er ging also an den Tatort zurück, denn Streifen im Hauptbahnhof sind für Bundespolizisten Routinetätigkeit. Die ersten Kontrollgänge kosteten Überwindung. „Mit einem mulmigen Gefühl“ und „angespannt“ sei sein Mandant anfangs zur Arbeit gegangen, berichtet der Anwalt. Das habe sich inzwischen aber gelegt. Wie viele andere Menschen, die einmal Opfer einer Straftat geworden sind, agiere der 35-Jährige jedoch „mit gesteigerter Vorsicht“, so Burkhardt.

Dass ein damals 15-jähriges Mädchen zur Attentäterin wird, hat Außenstehende schockiert und den betroffenen Beamten zum Nachdenken über seinen Job gebracht. „Er hat sich viele Gedanken über seine künftige Dienstausübung und über den Umgang mit einem potenziell neuen Täterprofil gemacht“, schildert der Jurist. Mittlerweile habe der Polizist für sich einen Weg gefunden.

Demnächst führt der Weg des 35-Jährigen ins Oberlandesgericht in Celle. Beim heutigen Prozessauftakt will er nicht anwesend sein, obwohl er als Nebenkläger das Recht dazu hätte. Er wird nur einmal zur Verhandlung kommen – wenn er als Zeuge aussagen muss. Ansonsten lässt er sich von seinem Rechtsanwalt über das Geschehen im Verfahren auf dem Laufenden halten. Im Gerichtssaal trifft der Polizist dann zum ersten Mal wieder auf Safia S.

Der Fokus des 35-Jährigen liege darauf, dass die Jugendliche „ihrer gerechten Strafe zugeführt wird“, betont Burkhardt: „Meinem Mandanten geht es dabei um Gerechtigkeit, nicht um Rache.“

bm


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