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Die SPD-Kandidaten für die Landtagswahl.© Franson

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Wahlen

SPD: Kirci setzt sich für den Landtag durch

Abends mal die Schulbank drücken. Haben sich am Freitag mehr als 200 Sozialdemokraten in der Käthe-Kollwitz-Schule an der Podbi gegönnt. Sie entschieden, wer für die SPD im Januar 2018 zur Landtagswahl antritt. Zeitgleich fanden fünf Delegiertenkonferenzen mit jeweils 40 Mitgliedern statt.

In dreien der fünf Wahlkreise stand die Entscheidung von vornherein fest. In zweien aber gab es eine Kampfkandidatur - mit einem für viele erwarteten, für andere aber doch überraschenden Ergebnis. Stadt-Parteichef Alptekin Kirci setzte sich bei der Aufstellung für den Wahlkreis 28 (Mitte) gegen den derzeitigen Landtagsabgeordneten Michael Höntsch durch. Wenn schon Sieg für Kirci, dann knapp, war die Erwartung gewesen. Doch er siegte mit 24 zu 16 Stimmen.

Mit einer sehr emotionalen Rede für Höntsch hatte SPD-Ratsfrau Peggy Keller noch in den letzten Minuten vor der Abstimmung die Stzimmung zu drehen versucht. Vergeblich. Tief enttäuscht verließ Höntsch die Schule - und meldete sich später mit einer Erklärung, aus der Verbitterung zu hören ist: "Heute Abend habe ich verloren, die SPD im übrigen auch. Die Mehrheit der Delegierten sah es anders als die Mehrheit der Mitglieder."

Höntsch, Sprecher der SPD-Fraktion gegen Rechtsextremismus, betonte: "Ich habe dem Kampf gegen Rechts und Antisemitismus unserer Partei in Niedersachsen ein Gesicht gegeben." Seine Arbeit sei nie kritisiert worden, der Parteichef habe sie geschätzt, "bis zu seinem Entschluss selber anzutreten". Sein Kommentar: "Fair und solidarisch war das nicht."

"So ist Demokratie", meinte Kirci zum Ergebnis. Er will "das Gespräch mit Höntsch suchen", hatte mit dem Sieg gerechnet. So wie sich auch Thela Wernstedt sicher war. Die einstige MHH-Oberärztin musste sich mit dem Sohn von Alt-OB Herbert Schmalstieg messen, Philipp Schmalstieg. Schon in seinem eigenen Ortsverein, in Linden, hatte er nicht alle überzeugen können. 22 Stimmen für Wernstedt, 18 für ihn, war die Erwartung gewesen. Genauso kam es dann auch. Angeblich mit viel Wahlwerbung für die Tochter von Ex-Landtagspräsident und Ex-Kultusminister Rolf Wernstedt. Sie strahlte ob des Gewinns und versprach, sich um alle Baustellen zu kümmern in ihrem Wahlkreis 26. Dort, im Westen der Stadt (Linden bis Stöcken) gebe es die meisten Industriearbeitsplätze und die größten sozialen Probleme.

Auch Philipp Schmalstieg kam nicht mehr zu Foto und Statements der Kandidaten. Nicht aus Entäuschung, sondern weil er zu einer Geburtstagsfeier bei einer einstigen Justiz- und Sozialministerin eingeladen war. Heidi Merk, Frau von Herbert Schmalstieg, ist am Freitag 72 Jahre alt geworden.

Die Glückwünsche hatte Sterphan Weil längst ausgesprochen. Ausgesprochen gut gelaunt meldete er sich als "frisch gebackener Kandidat". Für den Ministerpräsidenten war die Entscheidung "eine notwendige, aber noch nicht hinreichende Bedingung dafür, dass ich meine Arbeit fortsetzen kann". Mit seinem Wahlkreis sei er tief verbunden und freue sich darauf, "dass da Großes passiert". Wie die NP berichtete, ist die Sanikerung der Medizibnischen Hochschule Hannover (MHH) geplant. Weil sagte, er habe sich für das Projekt engagiert. Innerhalb von zehn Jahre werde die MHH für mehr als eine Milliarde Euro "frisch gemacht".

Doris Schröder-Köpf will sich ebenfalls um einen "Jahrhundertebau" kümmern, die neue Brücke über die Hildesheimer Straße. Und natürlich um die Integration der vielen Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten. Als "Oldie" (weil schon das dritte Mal Kandidat) warb Stefan Politze für einen Wahlkampf mit Fakten statt Fakes. Ihn berührt, dass der Stadtteil Mühlenberg (gehört zu seinem Wahlkreis) wegen eines einzigen Straße in Misskredit gerate. Der bildungspolitische Sprecher der SPD spielte damit an auf Anwohner, die am Canarisweg Müll auf das Außengelände der Kita werfen. Man müsse "gerade rücken, was angeblich nicht läuft" und dürfe nicht Rechtspopulisten die Stimmung in diesem und anderener Stadtteilen überlassen.


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