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Der „Große Wellenkanal“ des Forschungszentrums Küste gehört zu den vier größten der Welt.

Der „Große Wellenkanal“ des Forschungszentrums Küste gehört zu den vier größten der Welt.© Neue Presse

Projekt „marTech“

Rund 35 Millionen Euro für die Erweiterung des Großen Wellenkanals

Der Ausbau der Offshore-Windenergie vor den Küsten geht voran. Doch dabei sind noch einige Forschungsfragen offen. Um diese zu beantworten, wurde das Forschungsprojekt „marTech – Erprobung und Entwicklung maritimer Technologien zur zuverlässigen Energieversorgung“ des Forschungszentrums Küste nun mit 35 Millionen Euro gefördert.

Hannover. Zu Beantwortung der Fragen wird der Große Wellenkanal in Hannover umfangreich ausgebaut. Er gehört zum Forschungszentrums Küste (FZK), einer gemeinsamen zentralen Einrichtung der Leibniz Universität Hannover und der Technischen Universität Braunschweig. Rund 35 Millionen Euro stellt das Bundesiministerium für Wirtschaft und Energie für die Erweiterung des Wellenkanals zur Verfügung, teilte die Leibniz Universität Hannover am Freitag mit. Mit weiteren etwa 1,4 Millionen Euro hat das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) die Planungsphase in den vergangenen eineinhalb Jahren unterstützt.

Mit dem erweiterten Großen Wellenkanal wird erstmals in Deutschland ein großmaßstäblicher Versuchsstand für die kombinierte Untersuchung der Belastung unter anderen von Offshore-Windenergieanlagen durch Seegang und Strömung zur Verfügung stehen. In vergleichbarer Art und Größe gibt es weltweit nur vier weitere Wellenkanäle.

„Die nun geplante Erweiterung des Großen Wellenkanals ermöglicht ein noch besseres Verständnis von den Belastungen der Anlagen auf hoher See und legt damit den Grundstein für die Entwicklung besonders kostengünstiger und verlässlicher Windenergieanlagen“, so Uwe Beckmeyer, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie und Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft. „Die Küsten- und Meeresforschung in Niedersachsen wird mit dem erweiterten Großen Wellenkanal in Hannover über eine Infrastruktur verfügen, die weltweit Maßstäbe setzt“, so die Niedersächsische Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajić.

Die Besonderheit an den Erweiterungsbauten im Großen Wellenkanal ist die Möglichkeit der kombinierten Untersuchung der gleichzeitigen Belastung durch Seegang und Strömung in diesem großen Maßstab. Eine neue, leistungsfähigere Wellenmaschine, eine Einrichtung zur Strömungsgenerierung und ein Tiefteil machen das innovative Forschungsprojekt erst möglich. „Zurzeit erstellen wir bereits ein 30 Meter langes Plexiglasmodell für die Durchführung von Vorversuchen“, erklärt Dr.-Ing. Markus Brühl, Projektleiter der TU Braunschweig. „Nach der Erweiterung des zehnmal so langen Großen Wellenkanals werden wir unter viel realistischeren Bedingungen arbeiten können. Wir können dann Prozesse verlässlich abbilden und damit der Entwicklung neuer Technologien den Weg ebnen.“

Innerhalb des bis Mitte 2021 laufenden Vorhabens „marTech“ werden in drei Pilotprojekten unterschiedliche Teilaspekte der Erprobung und Entwicklung mariner Technologien untersucht. In den kommenden Jahren werden dann noch einen Vielzahl weiterer Forschungsvorhaben den erweiterten Großen Wellenkanal nutzen können.


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